Hallo Leute,
ich möchte mich euch zunächst einmal vorstellen.
Ich bin Christian und arbeite hier beim Elevator in der Abteilung Verkauf /Hotline. Ich berate euch hauptsächlich am Telefon und bearbeite eure eingehenden e-Mail-Anfragen.
Schon mit 11 Jahren hatte ich ein großes Interesse am Djing und Produzieren. Damals wurde mir der Elevatorkatalog zugeschickt und ich habe alle in meiner Umgebung mit diesem Thema unterhalten.
Wir alle treffen sie einmal, die erste Liebe. Ich war naive 16 Jahre und sie hieß HipHop - Ejay. Wer sich an dieses Programm erinnern mag, weiß, dass es mehr wie ein LEGO-Duplo-Bausteinkasten aufgebaut war und man nicht wirklich viel Freiraum für Kreativität hatte. Eines jedoch muss ich diesem Programm zugute schreiben: Es hat mich dazu inspiriert, mich mehr mit der Materie zu beschäftigen. Ich trennte mich also von HipHop – Ejay und machte mich auf die Suche nach anderen hübschen Audioprogrammen und Möglichkeiten. Und um genau das geht es in diesem Blogeintrag, um die verschiedenen Möglichkeiten der Musikproduktion.
Ich möchte mich in meinem ersten Blogbeitrag mit dem Thema Hardware und Software beschäftigen.
Zu meinem Equipment gehören:
Hardware
- Akai MPC 2500
- Korg Electribe Rhythmus Syntheziser
- analoges Yamaha Mischpult
Software
- Reason
- Ableton Live
- Cubase
Um mit dem Ganzen auch arbeiten zu können, habe ich als MIDI Keyboard das Axiom 25 von M-Audio und das Audio Kontrol 1 Audiointerface von Native Instruments.
"Ich fange grade an selbst Musik zu machen! Was ist denn besser, Hardware oder Software?" Diese Frage lese ich häufiger in euren e-Mails.
Ich sage es mal so, man kann Spaghetti-Eis von eurem Eisdealer nicht mit Fertignudeln von Mama Miracoli vergleichen. Beide schmecken enorm gut, aber sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Meiner Meinung nach gibt es kein "besser" oder "schlechter". Beide Varianten haben ihren eigenen Stellenwert.
Machen wir einen kleinen Exkurs in Producing Geschichte:
Die MPC-Serie von dem japanischen Elektronikhersteller Akai hat sich über die Jahre auf der ganzen Welt zu einer absoluten Kultmaschine entwickelt und das ist auch nicht ohne Grund so gekommen.
Im Jahr 1988 ist die erste MPC (MPC 60) von Akai auf den Markt gebracht worden. Das Gerät hatte eine Sampling-Frequenz von 22,05KHz und eine Bittiefe von gerade mal 12 Bit. Die MPC wurde und wird unter anderem von Produzenten wie DJ Premier und Dr.Dre benutzt.
Heutzutage gibt es z.B bei der Akai MPC-2500 extra einen Effekt (Bitgrunger), welcher diesen dreckigen Sound von früher wieder möglich macht.
Soundvergleich
Um das Soundbild zu vergleichen versuche ich folgendes:
In Reason mache ich mit dem Drumcomputer Redrum eine kleine Session fertig Genau das Gleiche mache ich jetzt mit den selben Drumsamples auf meiner MPC.
Jetzt vergleichen wir das Ganze miteinander.
Ich spiele beide Sessions nacheinander ab und stelle fest: Meine Session auf der MPC klingt wesentlich druckvoller und klarer im Gegensatz zu der Session in Reason.
Woher kommen die klanglichen Unterschiede?
Die MPC hat einen eigenen Klangprozessor sowie einen sehr guten AD/DA Wandler. Reason ist im Gegensatz auf die eigene Soundengine sowie die Qualität der Soundkarte angewiesen.
Wie fühlt sich die Arbeit an der Akai MPC an?
An Reglern und Knöpfen zu agieren, ohne vorher irgendwelche Plugins öffnen zu müssen, ist für mich persönlich ein geiles Feeling.
Der in der Technoszene bekannte DJ und Produzent Thomas P. Heckmann vertritt diese Meinung kompromisslos und hat sich ein ganzes Museum voller Hardwaresampler, Synthesizer und Sequenzer zugelegt.
Wie sieht es mit der Kreativität an der MPC aus?
Wenn man sich eine MPC zulegt und vorher noch nicht mit so einem Teil gearbeitet hat, bedarf es einer gewissen Einarbeitungsphase.
Hat man den Dreh dann raus, ist der Workflow genial und das Gefühl vor so einer Maschine zu sitzen, ist wie gesagt einfach unbeschreiblich.
Samples aufzunehmen und beliebig in tausend Stücke zu zerlegen, ist kein Problem. Ich kann diese dann einfach automatisch auf meine Pads laden und sofort eine wilde Session starten.
Aber es kommt der Zeitpunkt wo ich die Grenzen dann doch erreiche. Ich nenne diese Grenzen mal beim Namen: Mixing und Synthese.
Außer der MPC-5000 besitzt die MPC Serie keinen Syntheziser, so dass ich ohne Software oder einen zusätzlichen Hardwaresyntheziser nicht in der Lage bin, synthetisch eine Baseline einzuspielen.
Zudem muss ich, wenn ich professionell mischen möchte, die einzelnen Spuren mit einer Software recorden. Hierzu kann ich Cubase 5 empfehlen.
Ihr seht, ganz ohne Software kommt man im Homerecordingbereich dann doch nicht aus.
Mit einer anständigen Producingsoftware ist man flexibler und hat mehr Möglichkeiten ein komplettes Instrumental aus Drums, Samples, Synthis sowie einem guten Mixing und Effekten zu kreieren.
Kaufentscheidung?
Jetzt stellt sich die Frage, was soll ich mir denn nun zulegen?
Wer unabhängig von einem PC arbeiten möchte und darauf steht an Fader, Reglern und Knöpfen rumzuspielen, ist natürlich bestens beraten mit einer MPC und den möglichen Erweiterungen wie Synthesizer & Effektgeräte.
Nicht nur im Studiobereich, auch live auf der Bühne wird gern Hardware genutzt. Einstellungen am PC, Audiointerface, Audiosoftware etc. können sehr zeitaufwendig sein und euch durchaus auch mal an den Rande des Wahnsinns treiben. Des weiteren möchte niemand auf einem Gig, mitten im Song, den Windows "Schwere Fehler"-Sound hören. Frei nach dem Motto "Push the Button", drückt man hier also einfach den Power Knopf und kann loslegen. Das sind ein Haufen guter Argumente für die Hardwarelösung, die vielleicht die Entscheidung für den Ein oder Anderen erleichtern.
Die Software hingegen deckt, wie gerade schon beschrieben, im Gesamten ein größeres Spektrum in der Sounderstellung sowie der Bearbeitung ab. Und dies in einem übersichtlicheren Rahmen. Ganz zu schweigen davon, dass reine Softwarelösungen für den Anfang deutlich günstiger sind. Ein beliebter Kompromiss ist der Mix aus Software und Midicontroller, um das Hardwarefeeling zu bewahren und natürlich, um das editieren zu erleichtern. Wer es gewohnt ist mit einem PC zu arbeiten und gern an großen Bildschirmen sitzt und seine Ordnerstruktur liebt und schätzt, findet mit der Softwarelösung eine wirklich gute Option.
Falls euch von beiden Varianten verschiedene Aspekte gefallen haben, könnt ihr natürlich auch gern das Spaghetti-Eis von Mama Miracoli kochen lassen, und die beiden Komponenten miteinander mischen.
Es bleibt wie immer alles subjektiv. Ich kann euch nur empfehlen, euch vorher von beiden Optionen ein Bild zu machen, sei es über Youtube, über Freunde oder bei uns. Antesten ist ungemein wichtig um herauszufinden, was für euch das richtige Gefühl erzeugt.
Ich bin gespannt auf Eure Fragen und Erfahrungen rund um Hardware und Software Tools.
Kategorie: Producing
Tags: studio, studio-equipment, ableton, producing, home-recording, producing software, midi-keyboard, akai mpc, cubase
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