Im Test: Akai LPK25 und AKAI LPD8

 
Im Test: Akai LPK25 und AKAI LPD8

Die kleinen Helden im Alltag eines Produzenten

Wenn Controller nicht für den stationären Studio- oder Heimgebrauch benötigt werden, dann werden meist sogenannte mobile "Produktions-Spezialisten" gesucht. Controller, mit denen es sich unterwegs oder auf der Bühne prima einspielen und editieren lässt. Dementsprechend sollen die Geräte am Besten folgende Eigenschaften mit sich bringen: klein & kompakt, gut & günstig und vor allem mit möglichst vielen Features ausgestattet. Akai versucht mit den Controllern LPD8 und LPK25 diese hoch gesteckten Anforderungen zu erfüllen – und schont nebenbei auch noch euren Geldbeutel, denn beide Geräte gibt es jeweils schon für 49 Euro. Einer von vielen Gründen, weshalb ich mir die beiden Controller herausgepickt und für euch auf Herz und Nieren getestet habe.

Features

LPK 25

  • 25 anschlagsdynamische Mini-Tasten
  • Arpeggiator, Sustain Button, Octave Up und Down sowie Tap Tempo Tasten
  • vier programmierbare Speicherbänke

LPD 8

  • acht hintergrundbeleuchtete, anschlagsdynamische Drum Pads zum senden von Notendaten, MIDI CC oder Programmwechseln
  • acht Q-Link-Regler
  • vier programmierbare Speicherbänke

Der erste Eindruck

Sowohl der Laptop Pad Controller aka Akai LPD8 als auch das Laptop Performance Keyboard aka Akai LPK25 hinterlassen auf den ersten Blick einen sehr guten optischen Eindruck. Ähnlich wie bei der bereits getesteten Akai SynthStation25, ist die Klaviatur vom Akai LPK25 mit Gegengewichten versehen. Die Tasten haben daher einen angenehmen Widerstand und sind anschlagdynamisch, was für das Einspielen von Noten mit unterschiedlichen Lautstärke- bzw. Velocity-Werten notwendig ist.

Beim LPD8 fällt mir die qualitativ hochwertig gummierte Oberfläche der Pads auf. Und auch die Potis sind sehr gut verarbeitet und nicht zu leichtgängig, allerdings für meinen Geschmack ein wenig zu flach ausgefallen. Insgesamt ist die Anordnung der einzelnen Bedienelemente logisch aufgebaut und die Beschriftung gut leserlich. Das stabile Gehäuse mit rutschfesten Bodennoppen garantiert einen sicheren Halt, selbst bei einer härteren Spielart. Der äußere Eindruck ist top, deshalb schnell angeschlossen und losgelegt!

Anschließen und Loslegen

Also Ableton gestartet und die beiden Akais unter den Midi-Voreinstellungen ausgewählt. Eine Installationsdatei benötige ich für die beiden Controller nicht.

Akai LPK25 im Detail

Erwartungsgemäß ist das Spielverhalten des LPK25 wirklich vorbildlich und macht Spaß. Mit der Tastengröße komme ich dank der hochwertigen Verarbeitung gut zurecht. Jetzt interessieren mich die Features an dem Gerät, vor allem der integrierte Arpeggiator! Mit dieser Funktion können nämlich auf Tastendruck Notenfolgen gespielt und variiert werden. Und Variationen gibt es nicht zu knapp, daher werfe ich einen Blick in das übersichtliche und angenehm knapp gehaltene Handbuch und erfahre, dass das LPK über vier unterschiedliche Arpeggiatoren und 6 verschiedene Notenfolgen verfügt. Wählt man beispielsweise die Einstellung "Arp Oct 0" bleibt die Notenfolge in einer Tonlage, bei "Arp Oct 1" wechselt die Notenfolge zwischen zwei Oktaven. Und das kann entweder aufsteigend (up) oder absteigend (down) erfolgen. Ebenso verfügt der interne Arpeggiator von Akai über einen Zufallsmodus (random). Des Weiteren kann man seine Notenfolge mit 8 unterschiedlichen Quantisierungen (1/4 bis 1/32) spielen und die Geschwindigkeit der Notenfolge über Tap Tempo bestimmen. Übrigens findet sich der Arpeggiator in allen aktuellen Akai-Tastencontrollern wieder – eine sinnvolle Sache, wie ich finde. Dieses Feature ist eine echte Spielhilfe und lässt durch die Variationen viel kreativen Raum – gerade für den Bereich der elektronischen Musik.

Des Weiteren lässt sich der Sustain von den Noten beeinflussen, also die Spiellänge bzw. der Nachklang einer Note. Hierfür wird normalerweise ein Fußpedal benötigt, beim LPK25 reicht ein Tastendruck auf die Funktionstaste und die gespielten Noten erhalten einen langen Nachklang bei kurz angespielter Note. Es verbirgt sich also eine ganze Menge unter der Bedienoberfläche des Controllers! Einzig und allein einen Programm Change bzw. Bank Select sucht man vergebens. Damit könnte man zwischen den einzelnen Bänken von seinem virtuellen Synthesizer hin- und herschalten um andere Presets bzw. Sounds anzuwählen. Das muss dann weiterhin zwangsläufig per Tastatur oder Maus erfolgen.

AKAI LPD8 im Detail

Kommen wir nun zum LPD8, dem Laptop Pad Controller mit MPC-Feeling für unterwegs. Das Gerät ist super geeignet um Drums und Samples einzuspielen, denn die Pads des LPD8 sind nicht nur qualitativ hochwertig verarbeitet, anschlagdynamisch und reagieren hervorragend, nein, sie leuchten sogar beim Anspielen auf! Das ist wirklich eine Besonderheit auf dem Controller-Markt, vor allem in diesem Preissegment. Beleuchtete Pads sind zudem eine angenehme Spielhilfe für anschlagdynamisches Einspielen. Und einmal Hand auf's Herz: Gibt es eine bessere Möglichkeit, als seine Drums im MPC-Feeling einzuspielen?! Ich kenne zumindest keine.

Aber auch die 8 Potis machen einen guten Eindruck: Sie reagieren erfreulicherweise nicht zu leichtgängig, fallen jedoch, wie Eingangs erwähnt, für mich ein wenig zu flach aus. Dafür gefällt mir die MIDI-Logik, die hinter den Potis steckt, umso besser: Über die Programm-Taste kann man zwischen 4 MIDI-Bänken schalten und somit den Potis insgesamt 32 verschiedene MIDI-Kanäle zuweisen, was kreative MIDI Mappings ermöglicht.

Zurück zur Praxis: Für richtiges MPC-Feeling benötige ich natürlich einen virtuellen Sampler. Daher wähle ich in Ableton das Drumrack und bestücke das Instrument mit diversen Drums und Samples. Auf den Potis lege ich die Lautstärke der einzelnen Samples und schon kann gejamt werden!

Das LPD verfügt übrigens im Gegensatz zum LPK über einen Programm-Change Modus, womit per Tastendruck das Laden anderer Drumkits ermöglicht wird – ohne die Maus bedienen zu müssen.

Pro/Contra

Pro

  • Hochwertige Verarbeitung bei kleinen Preis
  • Perfekt für mobilen Einsatz
  • LPK25: mit integriertem Arpeggiator
  • LPD8: mit beleuchteten Pads
  • einfachste Bedienung, intuitive Nutzung
  • Keine Installation notwendig

Contra

  • LPK25: verfügt über keinen Bank-Select
  • LPD 8: Potis fallen recht flach aus

Fazit

Alles in Allem war ich von den beiden Controllern regelrecht begeistert! Nicht nur, dass man für wenig Geld viel Akai-Qualität bekommt. Auch Rafinessen, wie der interne Arpeggiator beim LPK25 oder die beleuchteten Pads beim LPD8 und die intuitive MIDI-Steuerung beider Geräte gefielen mir besonders gut. Beide Controller haben sich definitiv das Prädikat "kleine Helden im Alltag eines Produzenten" verdient – es macht einfach Spaß mit dem LPK25 seine Melodien einzuspielen oder mit dem LPD Drums einzutriggern – und das alles in einem äußerst handlichen Format!

Übrigens: Wer eher auf "All-In-One"-Geräte steht , für den gibt es das Akai MPK mini. Für 89 € bekommt ihr hier ein handliches Keyboards, dass die Ausstatung von LPK25 und LPD8 in einem Gerät vereint.

AKAI LPD8 und LPK25

  • Klein und handlich, für mobilen Einsatz
  • LPD8: 8 beleuchtete anschlagdyn. Pads
  • LPK25: 25 anschlagsdynamische Tasten
Artikelinformationen

Kategorie: Produkttests Producing

Tags: midi-controller, midi-keyboard, akai, lpd8, lpk25

Kommentare: 7

Kommentare


Nicola Jezzi schrieb am 17.08.2011, 10:24

läuft es nur mit Ableton? oder auch mit Logic oder Cuebase?

Alex

Alex schrieb am 24.08.2011, 15:24

Hi Nicola!
Jede gängige DAW kann vom LDP8 als auch vom LPK25 angesteuert werden (Logic, Cubase, Fruity Loops, Pro Tools…)

Nikolaus Ruf schrieb am 17.09.2011, 0:14

Hallo, ist es möglich, mit einem LPD8 über ein MIDI-Interface z.B. “iconnectmidi” auf Samples zuzugreifen, die in der App NanoStudio auf einem iPhone4 abgelegt sind?

Alex

Alex schrieb am 19.09.2011, 15:35

Hi Nokolaus!
Eine Übersicht aller kompatiblen Apps für das iConnect Midi Interface findest Du auf http://iosmusician.blogspot.com/2011/06/list-of-music-apps-ive-tested-with.html
Dort wird auch Nanostudio angegeben. Allerdings
wird auf der Herstellerseite von Nanostudio im Forum ein ähnlicher Fall wie Deiner diskutiert.
http://forums.blipinteractive.co.uk/node/1618
Die Schnittstelle beim iPhone wird nicht über USB funktionieren. Sprich Du benötigst ein Midikeyboard mit einem klassischen Din-5 Anschluss. Damit bist Du zumindestens auf der sicheren, “kompatiblen” Seite. Inwieweit die USB-Schnittstelle für Nanostudio in Kombination mit einem iPhone nachgerüstet worden ist, bleibt abzuwarten.

Nikolaus Ruf schrieb am 21.09.2011, 10:57

Salut Alex,
danke für Deine Antwort, vor allem das NS-Forum kannte ich noch nicht und das Stöbern darin at mich um die halbe Nacht gebracht.
In einem anderen Beitrag habe ich folgendes gefunden:
“The iConnectMIDI interface looks very promising, but right now Nanostudio only handles MIDI In. If I am not mistaken, this means that the iConnectMIDI could be used to play/rec the Eden or TRG in Nanostudio with your favorite controller, but you can’t use Nanostudio to send MIDI to other synths or sound modules. If MIDI Out were to be implemented, then you could use Nanostudio as the center of a small home studio or portable gig set up. I guess that the PC version of Nanostudio does not send MIDI Out either….” Wenn das zutrifft, müsste es zumindest in der Theorie gehen.
Das Problem ist und bleibt das Interface zwischen iPhone und LPD8. Welches wird funktionieren und wie? Inzwischen gibt es ja auch noch weitere:
YAMAHA I-MX1 bzw. Kenton MIDI USB Host

Ich habe leider nicht so viel Kohle, mir alle Interfaces zu kaufen um sie auszuprobieren. Deshalb suche ich schon seit einiger Zeit im Internet, ob es eine Möglichkeit gibt, auf kleinstem Raum Sambels, Geräusche etc. über ein Gerät wie das LPD8 auszulösen.

liebe Grüße
Nikolaus

Alex schrieb am 22.10.2011, 14:14

Hallo Nikolaus,

Ich habe das LPD8 nun mit einem Hebron Camera Connection Kit am iPad ins Laufen gebracht.
Die synths und das MPC Pad gehen mal,
aber die kickdrum liegt oben auf den pads.
Die unteren bekomme ich irgendwie nicht zugewiesen.
Werd mich auch mal im NanoStudio Forum umsehen.

Gruß
Alex

Nikolaus Ruf schrieb am 07.11.2011, 17:52

Hallo Alex,
ich war 2 Wochen in Südfrankreich und leider habe ich Dir mit dem iPhone nicht antworten können.
Ich habe mir inzwischen auch ein LPD8 (gebraucht) zugelegt. Vom nanostudio gibt es auch eine Desktopversion, also für PC oder Mac und diese Desktopversion läßt sich mit dem Akai ansteuern. Ich habe zwar noch lange nicht alle Funktionen verstanden / ausprobiert, aber im Prinzip funktioniert es. Ich kann mir also gut vorstellen, daß es auch mit dem iPhone und dem iConnectMidi klappen würde. Nur habe ich im Moment noch nicht das nötige Kleingeld zusammen, um eine konkrete Anwendung in unserem Marionettentheater in Angriff zu nehmen. Sobald ich in der Frage weiter bin, melde ich mich wieder.
Liebe Grüße
Nikolaus


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