Im Test: Denon DN-X 1600

 
Im Test: Denon DN-X 1600

Auf der Musikmesse 2010 in Frankfurt konnte ich den Denon DN-X 1600 das erste Mal begutachten. Der weit über dem Standard liegende Funktionsumfang wusste mich bereits damals zu begeistern. Leider musste man sich noch bis August diesen Jahres gedulden, um den vollen Funktionsumfang des Mixers zu nutzen. Denn der Denon DN-X 1600 erhielt erst kürzlich von Native Instruments die Auszeichnung "Traktor Scratch Certified", was bedeutet, dass ihr Traktor Scratch Pro ohne weitere Hardware mit Time Code-Medien steuern könnt. Eine Auszeichnung, mit der sich Denons Clubmixer in die Kategorie "Mixer der absoluten Spitzenklasse" begibt.

Wie gut die Traktor-Steuerung in der Praxis funktioniert und was der 4-Kanal-Mixer noch alles zu bieten hat, will ich in einem Test des Denon DN-X 1600 für euch herausfinden.

Features und technische Daten

Features

  • bester Klang durch 32-Bit DAC-Prozessor
  • 8-Kanal 24-Bit/96 kHz USB 2.0 Soundkarte mit 4 Ein- und 4 Ausgängen
  • Roland V-Link Unterstützung zum Triggern von Videos
  • DVS-Modus für Timecode-basierte Software
  • USB/MIDI-Interface für externe DJ-Software über PC/MAC-USB-Port
  • 4 MIDI-Parameterregler und 4 MIDI-Layer-Tasten
  • digitaler Effektprozessor mit 14 neuen Effekten
  • 8 Eingangsquellen-Matrix freie Zuordnung der Eingänge zu den Kanalfadern mit LINE/PHONO, USB-Audio schaltbar
  • 3-Band-Isolator Equalizer mit HI/MID/LOW Full Kill–Funktion
  • 60mm Kanalfader mit stufenloser Fader-Kontur
  • 45mm FlexFader Cross-Fader, mechanisch justierbar mit stufenloser CrossFader-Kontur
  • Booth-Ausgang separat regelbar
  • Effekt Send/Return Stereo schaltbar
  • 2 unabhängige Mikrofoneingänge
  • Mikrofoneingänge mit variabeler Ducking-Schaltung
  • umfangreiche Menüeinstellungen für individuellen Einsatz
  • Menüeinstellungen lassen sich per USB-Speicher auf einen anderen DN-X1600 übertragen

Technischen Daten

  • Eingänge: 3 Phone, 5 Line, 2 Return, 4 USB, 2 Mic
  • Ausgänge: 1 Master, 2 Send, 1 Booth, 1 MIDI, 1 Digital
  • Maße: 320 x 357 x 91 mm
  • Gewicht: 6,2 kg

Lieferumfang

Allen Anfang macht wieder ein Blick auf den Lieferumfang. Der DN-X 1600 Clubmixer kommt in einer rein funktionalen Verpackung mit schwarzer Bedruckung daher. Für die Transportsicherheit ist mit zwei innen liegenden Styropor-Schienen auf jeden Fall gut gesorgt. Der interessanteste und mit ca. 6 kg schwerste Teil des Schachtelinhalts, der Mixer selbst, ist feinsäuberlich eingepackt. Daneben finden sich noch eine Bedienungsanleitung, eine Treiber-CD, ein USB2.0-Kabel für die Kommunikation mit dem PC oder Mac und natürlich ein ausreichend langes Stromkabel.

Der erste haptische Eindruck

"Wow" – dieser Ausruf würde es wohl am ehesten treffen, als ich den 6kg schweren 12-Zoll-4-Kanal-Clubmixer aus der Verpackung befreite. Der Mixer macht bereits äußerlich einiges her: So präsentiert sich das Metallgehäuse in einem Schwarz-Metallic-Look, lediglich die Effektsektion und die dazugehörigen EFX-Knöpfe pro Kanalzug heben sich mit einer champagnerfarbenen Bedruckung ab. Direkt nach dem Auspacken teste ich gewohnheitsbedingt die augenscheinliche Verarbeitung der Bedienelemente: Hier gibt es nichts zu beanstanden, so viel kann ich schon mal verraten werden. Dennoch werde ich im Verlauf dieses Testberichts noch ausführlich darauf eingehen. Auch die Anordnung der Elemente ist sehr logisch und intuitiv gestaltet. Besonderen Gefallen finden die gewählten Abstände zwischen den Potis und Fadern: Für häufig verwendete Bedienelemente wie die Equalizer-Regler, Linefader und dem Crossfader wurde ausreichend Platz eingeräumt, sodass auch im Eifer des Gefechts stets nur die gewünschten Elemente verändert werden. Auch größere Hände fühlen sich auf dem Mixer ganz ohne Fingerspitzengefühl wohl.

Anschlüsse & Routing

Der DN-X 1600 bietet eine Vielzahl an Ein- und Ausgängen, die selbst in professionellen Clubumgebungen mehr als ausreichend sein sollten. Fangen wir einfach mal bei den Kanalzügen an. Drei der vier Kanäle können sowohl eine Line- als auch eine Phonoquelle verwalten. Der vierte Kanal umfasst zwei Line-Eingänge. Über eine kleine Schaltfläche auf der Oberseite wählt man pro Kanal zwischen den beiden Anschlüssen komfortabel aus, was der Mixer auch nach einem Neustart beibehält. Was ich etwas schade finde, ist die Tatsache, dass die Phono-Eingänge intern fest mit Vorverstärker-Einheiten verbunden sind und sich so nicht - wie bei anderen Mixern - auch wahlweise als Line-Quelle gebrauchen lassen. Versucht man es dennoch, so lässt sich die Übersteuerung auch mit dem Gain-Regler nicht ausgleichen. Auf jeden Kanalzug lässt sich zudem ein vordefinierter Ausgang des integrierten Audio-Interfaces legen. Vordefiniert ist eigentlich nicht ganz korrekt, denn über das Menü lassen sich alle Kanäle des Interfaces beliebig umschalten. Die Flexibilität scheint "denontypisch" beinahe keine Grenzen zu kennen: Jeder Kanal lässt sich, was die analogen Eingänge betrifft, über einen Matrix-Schalter nach Belieben den Anschlüssen auf der Rückseite zuweisen. An dieser Stelle möchte ich noch ein paar wenige Worte zu diesem Drehschalter verlieren: Dieser sitzt wirklich bombenfest und hat eine äußerst starke Einrastung. Ein versehentliches Verstellen kann man somit ausschließen.

Anschlussmöglichkeiten des Denon DN-X 1600

Bei allen weiteren Schnittstellen genügt eine Aufzählung ohne weitere Erläuterung: konfigurierbarer Digitalausgang, Master-Ausgang in Cinch -und XLR-Ausführung, REC-Output, flexibler Booth Output, EFX Send- und Return-Sektion, 2 Mikroeingänge (XLR und 6,3mm Klinke), eine Faderstart-Buchse pro Kanal, Signal-GND und DIN MIDI Out-Port. Eine ganze Menge, die auf wenig Raum gedrängt wird.

Zwei Anschlüsse der gleichen Familie sind noch etwas interessanter: Gemeint sind die beiden USB-Schnittstellen. Hinter einer versteckt sich das integrierte Audio-Interface und die MIDI-Schnittstelle. Entgegen diesem Anschluss kommt mir die zweite Buchse von meinem Computer schon bekannt vor: Eine Art USB-Port, womit sich ein USB-Speichermedium verbinden lässt. Dies hat zweierlei Gründe: Erstens lassen sich damit alle Einstellungen des Mixers komfortabel als Preset abspeichern, sodass die gewohnten Einstellungen bei einem anderen DN-X 1600/DN-X 1700 direkt übernommen werden. Gerade im Cluballtag ist dieses Feature sehr interessant und schont so manche Nerven. Zweitrangig lassen sich über diese Schnittstelle, nach Betätigung einer speziellen Tastenkombination, auch Firmware-Updates aufspielen.

(Equalizer-)Potis, Fader, Buttons & mehr

Equalizer

Ein großer Pluspunkt für Denon: Die Equalizer-Potis auf dem ganzen Mixer, die Dry/Wetness –und Parameter-Regler der Effekt-Sektion haben zwar eine etwas ungewohnte, schon fast aufgeblähte Form, fassen sich aber gerade deswegen sehr gut an, sind griffig und auch angenehm für große Hände, was keine Selbstverständlichkeit ist.

Potikappen des Denon DN-X 1600

Das Drehverhalten ist sehr geschmeidig und ganz ohne Kratzen. Der gute Eindruck wird zudem von dem angenehm starken Drehwiderstand unterstrichen. Ein Blick unter die gummierten Drehknöpfe offenbart Potis mit Plastikstift. Berechtigterweise könnte man an dieser Stelle fragen, was den Plastik bei dieser Konstruktion verloren hätte? Ich kann euch aber beruhigen: Zum einen sind die Stifte ausreichend dick, zum anderen sind die Regler damit minimal elastisch und nehmen bei starker Beanspruchung in ihrer Gesamtheit weniger Schaden. Zudem sind alle frequentiert benutzten Potis, wozu natürlich die EQs gehören, mit einer Metallplatte unter der Deckplatte verschraubt. So wirken die Kräfte nicht auf die Lötstellen und fördern damit die Langlebigkeit. Bei Drehreglern, die dagegen nicht so oft verwendet werden, verzichtet man auf eine sichernden Verschraubung mit dieser Platte.

Befestigung der Potis des Denon DN-X 1600 im Vergleich

Widmen wir uns dem Herzstück eines jeden Mixers: der Klangmanipulation über den Equalizer. Sowohl die Tiefen, Mitten als auch Höhen lassen sich mit den Drehreglern sehr präzise entfernen bzw. um einige dB verstärken. Der Equalizer arbeitet dabei ziemlich linear, die Frequenzspektren lassen sich somit soft und ohne plötzlichen Extremen bearbeiten. Standardmäßig handelt es sich um Isolator-EQs, was heißt, dass kein Signal mehr durchgelassen wird, wenn alle drei Kanalregler auf "minus unendlich" stehen. Die Frequenzspektren werden somit sauber getrennt. Denons Flexibilität beweist sich abermals. So kann im Menü des Mixers die Equalizer-Sektion umfangreich bearbeitet und persönliche Vorlieben können realisiert werden.

Gains

Was die Gain-Regler betrifft, muss ich kritisieren, dass diese im Mittelstellungsbereich sehr empfindlich reagieren, gegen die Randbereiche allerdings nur noch wenig Veränderung stattfindet. Gerade im Cluballtag ist dies etwas "fummelig".

Mixing-Sektion

Wie auch die Drehpotis beweisen die Alps Fader augenscheinlich eine gute Verarbeitungsqualität: Sie sitzen fest und haben nur wenig Spiel. Zudem gleiten diese mit einem stärkeren Widerstand sauber über den Mixer. Der Abstand zwischen den einzelnen Elementen ist großzügig dimensioniert. Somit ist ein Bewegen benachbarter Fader wohl eher unwahrscheinlich. Das Öffnungs- und Schließverhalten lässt sich direkt über den "CONTOUR"-Drehregler am Mixer bearbeiten. In Mittelstellung erhält man eine relativ lineare Ein- bzw. Ausblendung des Audiosignals. Relativ daher, da eine kurvenförmige Öffnung noch nachvollzogen werden kann. So wird bereits einen Finger breit vor dem oberen Anschlag das Signal vollständig durchgelassen. Alle anderen Einstellungen an diesem Regler verschieben dieses Maximum weiter Richtung Enden der Fader. Die daraus entstehenden, "verbeulten" Kurven, sind zum Teil sehr gewöhnungsbedürftig.

Ein weiteres, wichtiges Element der Mixing-Sektion ist der Crossfader. Hier hat Denon einen 45mm-FlexFader verbaut, der leicht und geschmeidig zwischen A und B hin- und her gleitet. Über eine Stellschraube, die durch einen kleinen Schraubenzieher erreicht werden kann, lässt sich die Festigkeit des Crossfaders ein wenig variieren. Viel Spielraum gibt es allerdings nicht. Dennoch ist die Standardeinstellung diesbezüglich meines Erachtens sehr ordentlich. Der Audioprozessor des DN-X 1600 tut wahrlich einen guten Dienst, so agiert der Crossfader sehr flink und lässt sich auch für kleinere Scratch-Battles verwenden. Die Kurve lässt sich, wie schon bei den Kanalfadern, direkt über ein kleines Poti anpassen. Besonders für Scratch-Artisten interessant: Der Cut-In-Punkt lässt sich über das Mixer-Menü in 0.2 mm Schritten besonders präzise festlegen.

Buttons

Auch diesen soll kurz Aufmerksamkeit gewidmet werden: Diese sind größtenteils aus Hartplastik, haben einen guten Druckpunkt und sind zum Teil hintergrundbeleuchtet. Die Hintergrundbeleuchtung wurde bei wichtigen Buttons wie den CUE-Knöpfen und den Hauptschalter der EFX-Sektion verbaut, was gerade in dunklen Umgebungen hilfreich ist. Ist eine Funktion aktiv, so leuchtet der Button etwa doppelt so hell auf. Unglücklicherweise ist diese optische Rückmeldung unter Tageslichteinfluss kaum bemerkbar.

Effekteinheit

Eines der Hauptfeatures des Mixers ist die Effektsektion. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder, dem Denon DN-X 1700, gibt es nur eine Effektsektion, die entweder einen der 4 Kanäle, dem Mic-Eingang oder dem Master zugewiesen werden kann. Das große Display, das übrigens sehr hell und weitgehend blickwinkelunabhängig ist, und die EFX-Button-LEDs geben Auskunft, welchem Kanal sich die Effektsektion gerade widmet. Dies ist wichtig, denn der interne BPM-Counter ist unmittelbar daran gebunden.

Effekteinheit des Denon DN-X 1600

Denon gibt euch 14 mögliche Effekte zur Manipulation eurer Tracks an die Hand, die mit einem kleinen, beleuchteten Rad ausgewählt werden: Die meisten sind etablierte Effekte wie Delay, Reverb, Filter, Flanger, Loop, etc. Ein neuartiger Effekt hat es mir besonders angetan: Der Beat Breaker. Dieser erinnert stark an den BeatGrid, den es in VirtualDJ gibt. Das Konzept ist simpel, klingt aber in vielen Fällen sehr spannend: Ein Beat wird in vier Teile zerlegt. Davon wird jeweils nach einem Muster (Grid) das erste Viertel an bestimmten Stellen dieses Beats gespielt oder ausgelassen. Für die folgenden drei Beats können andere Muster gelten, dann geht's wieder von vorne los. Denon bringt einige vorgefertigte Muster, im Mixer-Menü lassen sich zudem einige eigene Muster erstellen. Flexibilität pur! Für jeden Effekt lässt sich über den Parameter-Drehregler eine Art Filter legen. Dieser verhält sich an einigen Stellen allerdings etwas anders, als man es vielleicht gewohnt ist. Hier gilt es einfach auszuprobieren.

Besonders gelungen an dieser Effekt-Sektion finde ich die Qualität der Effekte. Diese klingen dank des 32-bit DSP-Prozessors professionell und sind zudem einfach zu bedienen. Nach wie vor wird einem die Möglichkeit eingeräumt, manuell einzugreifen und fein zu justieren. Ebenfalls sehr anerkennenswert, wie ich finde, dass beim Ändern des Time-Parameters über die Beat-Tasten die Veränderung geschmeidig stattfindet und nicht abrupt den Effekteinfluss abbricht. Dies ist keine Selbstverständlichkeit. Insgesamt macht es sehr viel Spaß, mit diesen Effekten zu arbeiten.

Zuletzt will ich euch auch ein paar kleine Mankos der Effektsektion nicht vorenthalten. Wird diese aktiviert, so wird der Bass des zugewiesenen Kanals um ca. 3dB ärmer. Dies fällt in der Regel aber nicht auf. Denon sollte hier dennoch per Firmware-Update nachbessern. Der BPM-Counter ist wirklich sehr schnell in der Erkennung und verhält sich auch stabil über den gesamten Track, allerdings hat er bei meinen getesteten Tracks eine Vorliebe für krumme BPMs: Anstatt 128,0 waren es gerne mal 128,4. Meine Genauigkeit mag für einen Mixer übertrieben sein, bei einigen Effekten, wie dem Beat Breaker, ist diese Genauigkeit aber vonnöten, damit es sich gut anhört. Ebenso wäre es ein tolles Feature, wenn die BPM-Clock des Mixers als Slave auf Traktor (Master) synchronisierbar wäre. Dies gelingt immerhin schon in umgekehrter Richtung. Des Weiteren ist mir aufgeallen: Nicht alle Effekte lassen sich Vorhören. Hier erscheint die Meldung "No CUE" im Display. Ich bin aber überzeugt, dass Denon diese kleineren Punkte über ein baldiges Fimware-Update in den Griff bekommen wird.

Timecode- und Midi-Funktionalität

Kommen wir zu dem Punkt, der ausschlagebenden Anlass für diesen Testbericht war. Richtig, die Timecode-Funktionalität über das integrierte, Traktor Scratch zertifizierte Audio-Interface. Das heißt, dass es genügt, den Mixer per USB mit dem Rechner zu verbinden, die Turntables an den Mixer zu klemmen und Traktor Scratch Pro zu starten. Voilà! Ganz ohne Native‘s Audio 4 bzw. 8 DJ und damit entstehenden Kabelsalat. Traktor Scratch Pro funktioniert trotzdem mit Timecode-Setup.

Das Interface verfügt über 8 Ein- und 8 Ausgänge in 24 bit / 96 kHz – Auflösung. Für Windows User sind die ASIO-Treiber schnell installiert, Mac User nutzen die im Betreibssystem integrierten Core Treiber. Gerade für erstere Gruppe lohnt sich stets ein Blick auf die Herstellerseite denondj.com für mögliche Updates. Damit das Interface auch aktiv wird, muss dessen USB-Port über die "Utility"-Taste aktiviert werden. Die zwei entsprechenden Kanäle auf DVS-Modus gestellt und Traktor konfiguriert, schon geht’s los. Resultat: Ich merke keinen großen Unterschied zu meiner Audio 8 DJ. So ist die Reaktionsgeschwindigkeit (Latenz) beliebig veränderbar, ohne dass es Einbußen gibt – ein schnelles und sauberes Computer-System ist vorausgesetzt. Die Outputs sind klar und druckvoll. Sie spielen sicherlich ganz in der Nähe des Niveaus der Audio 8. Einen kleinen Unterschied konnte ich dennoch ausmachen. Die Inputs der Timecode-Vinyls, die in Traktor ankommen, sind verglichen mit der Audio 8 nicht so stark. So läuft der Software Decoder Gain in Traktor immer auf Anschlag. Die Audio 8 benötigt bei den gleichen Systemen nur ca. 80% des Decoder Gains. Dies stellt aber kein Nachteil dar.

Da man in der Regel nur zwei Stereo-Inputs des Interfaces benötigt, hat man zwei übrig. Diese müssen jedoch nicht ungenutzt bleiben. Auch hier zeigt sich die denontypische Flexibilität, sodass das Master-, Rec- oder Mic-Signal über das Menü auf die Kanäle geroutet werden kann. So sind Aufnahmen in höchster Qualität möglich.

Insgesamt kann man sagen, dass das Interface auch professionellen Ansprüchen gewappnet ist. Während längerer Testphasen arbeitete es stets zuverlässig und frei von Aussetzern, was eine gute Umsetzung in Hardware und Software (Windows ASIO-Treiber) aufzeigt.

Eine Besonderheit auf dem Mixer befindet sich links neben der Effektsektion: 4 gerasterte Endlos-Potis, die sich auch drücken lassen (Push Encoder). Diese und vier weitere Buttons mit LED-Feedback senden unter anderem MIDI-Befehle, womit sich spezielle Funktionen in Traktor direkt über den Mixer bedienen lassen. Da der "MIDI Strip" zwischen vier virtuellen "Welten" (Midi Pages) umgeschaltet werden kann, können die Bedienelemente 4-fach belegt werden. Damit lassen sich eine Menge Funktionen in Traktor steuern. Gerne hätte ich dieses Feature für euch ausführlich getestet. Leider beinhaltet die aktuelle Firmware jedoch einen Bug, der die Zusammenarbeit mit Windows 7-Rechnern, wozu meiner gehört, behindert. Per Firmware Update v2000 gefixt. Mac User können in diesem Fall aufatmen. Hier funktioniert alles, wie es soll. Der Hersteller Denon ist darüber informiert und arbeitet an einer Lösung. Die einzelnen Kanalzüge und die Effektsektion lassen sich separat in einen Midimodus versetzen – Eine Funktion, die man auch von anderen Mixern kennt. Hier haben Denon’s Spezialisten aber einen Schritt weitergedacht. Es wurde ein "EQ Lock" und ein "EFX Lock" eingeführt. Die Begriffe sagen den meisten vermutlich erst mal nichts, dahinter steckt aber eine innovative Idee: Verwendet man beispielsweise gerade einen Kanal, auf dem ein Signal anliegt, lassen sich zunächst wie gewohnt die Equalizer und der Line-Fader verwenden. Nun aktiviert man die MIDI-Funktion dieses Kanalzugs. Die EQ-Regler bekommen in diesem Fall eine andere Funktion zugewiesen und man bewegt diese. Das Besondere ist, dass der zuvor angewendete EQ weiterhin erhalten bleibt. Deaktiviert man den MIDI-Modus, um in den normalen Audio-Modus zurückzukehren, sind die EQ-Regler natürlich komplett "verdreht". Demnach müsste das Audio-Signal aufgrund der EQ-Stellungen schlagartig anders klingen. Dem ist nicht so. Stattdessen blinkt "EQ Lock" im Display und weißt den Nutzer über das Display an, wie die Regler gestellt werden müssen, damit der ursprüngliche Zustand erreicht wird. Erst ab diesem Punkt lassen sich die Regler wie gewohnt verwenden. Viele kennen dieses Feature schon aus der DJ-Software Traktor, hier heißt es "Soft Takeover". Aus der Hardwareszene ist mir solch eine gut gelöste Regelung nicht bekannt. Vielleicht könnt ihr mich eines Besseren belehren.

Der Klang des DN-X 1600

Der Hersteller Denon wirbt mit einem 32-Bit DAC-Prozessor, der für einen Klang auf höchstem Niveau sorgen soll. Bereits beim Testen des integrierten Interfaces fallen die guten Soundeigenschaften auf, die sehr nah an das Niveau der Audio 8 heranreichen. Ich persönlich nehme dieses Interface immer gerne als Referenzbeispiel, da hier der klare, druckvolle und zugleich detaillierte Klang überzeugt. Diese Eigenschaften lassen sich meinen Ohren zufolge uneingeschränkt auf die Signalverarbeitung des DN-X 1600 übertragen. Der Sound wird also nahezu unverändert durch den Mixer geleitet. Eigentlich auch klar, denn die Signalverarbeitung erfolgt komplett digital. Allerdings muss dabei einerseits die Qualität der AD-Wandler am Anfang der Kette, also z.B. für die Line-Eingänge, und der DA-Wandler am Ende, also für den Master-, Booth- und Rec-Ausgang, stimmen. Anderseits muss softwareseitig ebenfalls gute Arbeit erbracht werden. Erst dann erhält man einen unverfälschten Soundgenuss, wie es Denon bei dem DN-X 1600 geschafft hat. Nichtsdestotrotz bin ich mir sicher, dass einige gerade diese kennzeichnende "Wärme" eines Analogmixers ein wenig vermissen werden - wenn auch nicht lang.

Der Kopfhörerausgang ist sehr kraftvoll und damit voll clubtauglich, gleichzeitig aber auch sehr rauscharm. Ein hörbares Rauschen tritt erst ca. im letzten Fünftel auf. Ebenso äußerst anerkennenswert ist der vorhandene Headroom des Mixers: Eine Übersteuerung lässt sich nur schwierig und weit über den roten Bereich hinaus provozieren. Hierzu müssen die Gain-Regler bei normalen Line-Quellen schon fast auf Anschlag gedreht werden. Ein sehr gute Qualität beweist ebenfalls der Mikrofon-Eingang, genauer gesagt dessen Vorverstärker-Einheit. Mit -126dB ist der Mic-Eingang absolut studiotauglich.

Pro / Contra

Pro

  • Sehr gute Audioeigenschaften (sowohl analoge Quellen als auch das integrierte Interface)
  • Solide Verarbeitung
  • Layout und Design
  • tolle Effekte
  • Isolator-Equalizer
  • Traktor Scratch-Zertifizierung (für Timecode-Nutzung)
  • MIDI-Layout

Contra

  • Bedienungsanleitung behandelt manch wichtige Themen nicht oder nur sehr knapp
  • Button-LEDs etwas schwach
  • Unübersichtliches Mixer-Menü (per Update fixbar)
  • EFX: Bass-Cut-Off um 3dB (per Update gefixed)
  • MIDI-Funktionalität momentan nicht auf Win7 gegeben (per Update gefixed)

Fazit

Der Denon DN-X 1600 überzeugt nicht nur durch seine solide Verarbeitung, sondern auch durch seine durchdachten, technischen Raffinessen und besonders der exzellenten Audioqualität. Die Arbeit mit dem 4-Kanal-Clubmixer macht aufgrund des durchdachten Designs und der Timecode-Integration in Traktor dank der Zertifizierung wirklich viel Spaß. Besonders Tüftlern wird ein riesiges Repertoire an Einstellungsmöglichkeiten im Mixer-Menü offenbart, in dem die eigenen Bedürfnisse gut platzen finden – Flexibilität pur! Allerdings ist das Menü etwas unüberischtlich geraten.

Neben dieser Kritik gibt es noch ein paar andere, kleinere Ungereimtheiten, die Denon aber hoffentlich schnellstmöglich per Firmware-Update ausmerzen wird.

Denon DN-X1600

  • 8-Kanal 24-Bit/96 kHz USB Soundkarte
  • DVS-Modus für Timecode Software
  • digitaler Effektprozessor neue Effekten

Kommentare


Moritz Esyot schrieb am 30.09.2010, 15:31

DASS nenn ich mal einen ausführlichen Test!!!

Stefan

Stefan schrieb am 30.09.2010, 17:36

Danke. Aber bei einem Mixer dieser Preiskategorie sollte man schon detailliert erfahren, was man erwarten kann.

Hensen schrieb am 07.10.2010, 3:17

***x1700*** A Dream!!...ohne Touchscreen…:-)

twiek schrieb am 20.10.2010, 6:23

das neue update v 2000 is jetzt draußen smile

mir gefehlt es gut smile

du hast jetzt einen neuen , aber auch noch den alten filter

den man im menü je nach belieben auf den off oder on betrieb der filter taste setzen kann

was mir nich so sehr gefehlt is das jetzt 10 db führ den master gain dazu gekommen sind.

ansonsten ein prima update das den bereits sehr geilen mixer noch etwas besser macht smile

Rechtschreibung schrieb am 05.11.2010, 11:42

@twiek:
FÜR schreibt sich ohne h
ich nehme an du meinst das dir die neue Firmware geFÄLLT und nicht geFEHLT.

Ach und Groß-und Kleinschreibung wäre auch nicht schlecht.

-Ein Klugscheißer-


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