Im Test: Novation Launchpad

 
Im Test: Novation Launchpad

Das Schweizer Taschenmesser für Ableton Live!

Bevor ich euch eines meiner Lieblingsproducingtools vorstelle, stelle ich mich zunächst erst einmal selber vor. Ich heiße Alex und bin seit Kurzem beim Elevator in der Hotline tätig, wo ich eure Bestellungen entgegen nehme und immer ein offenes Ohr für eure Fragen und Anliegen im Bereich DJing und Producing habe. Ich arbeite seit geraumer Zeit mit Ableton Live, Logic und diversen “Hardwarekisten” (Access, Jomox, UA).

Die Qual der Wahl

Bei der Auswahl nach dem richtigen Controller wird man mittlerweile vor eine schwere Wahl gestellt, denn Controller sind in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Umso wichtiger erschien es mir einen Controller hervorzuheben, der speziell für Ableton Live konzipiert wurde und sich perfekt in die Live’sche Produktionswelt integrieren lässt – sowohl unterwegs im Zug als auch Daheim im Studio. Die Rede ist vom Launchpad aus dem Hause Novation - ein wirklich innovatives Produkt, das Sinn und Spaß macht.


Features und technische Daten

Features

  • gemeinsam mit Ableton entwickelt
  • 64 Tasten Matrix zur Steuerung von Clips und Scenes
  • bi-direktionale Kommunikation zwischen Launchpad und Live stellt sicher, dass Soft und Hardware immer synchron sind
  • dank Novations Automap-Technologie können mehrere unterschiedliche Controller nahtlos zusammenarbeiten
  • USB Bus Power
  • bis zu 6 Launchpads können gleichzeitig mit Live arbeiten

Technische Daten

  • Maße: 240 x 20 x 240 mm
  • Gewicht: 1,35 kg
  • Inkl. Ableton Live 8 Launchpad-Version, abgewinkeltes USB-Kabel, 1GB Samples sowie Automap

Das ideale Kampfgewicht

Rank und schlank kommt das Launchpad mit seinen knapp 700 Gramm daher und bietet trotzdem einen stabilen und rutschfesten Stand dank Unterbodennoppen und einer kompakten Bauweise im Hartkunststoffgehäuse. Die Tasten sind sauber verbaut und verrichten auch bei härterer Herangehensweise treu ihren Dienst.

Der erste Eindruck vom Launchpad fällt also durchweg positiv aus. Sowohl die Verarbeitung als auch die Größe und das Gewicht des Controllers verstärken das Gefühl, mit dem Launchpad eine mobile Controller-Allzweckwaffe gekauft zu haben. Die Pads sind angenehm griffig und reagieren gut, was gerade beim Editieren und Einspielen von Drummings besonders positiv ins Auge fällt. Die helle und klare Beleuchtung der Taster unterstützt den positiven Ersteindruck. Die Stromversorgung erfolgt übrigens komplett über den USB-Anschluss, ein Netzteil benötigt das Gerät nicht.

Ausgepackt und Losgelegt

Im Lieferumfang ist neben einem USB-Kabel sowohl die Lite-Version von Ableton 8 als auch die Automap-Software enthalten. Unter Automap kann man sich quasi ein externes Midiverwaltungsprogramm vorstellen, dass den Mididatenaustausch mit Ableton oder auch anderer Sequencersoftware garantiert und die Zuweisung von Softwareparametern zum Controller erleichtert.

Die Installation des Launchpads gestaltet sich denkbar einfach. Lediglich der auf der DVD mitgelieferte USB-Treiber muss installiert und anschließend in den Ableton-Einstellungen das Launchpad ausgewählt werden – schon fast selbsterklärend und trotzdem ausreichend in der Bedienungsanleitung dokumentiert. Diese Aussage trifft übrigens auf das gesamte „Handbuch“ von Novation zu, das sich mehr als Flyer entpuppt, aber dennoch keine Fragen offen lässt und die einfache Handhabungsweise des Launchpads noch einmal unterstreicht. Eine der Raffinessen des Gerätes ist nun mal, die schnelle und einfache Bedienung. Der geneigte Ableton-User sollte jedoch darauf achten, die aktuelle Version von Live installiert zu haben. Im Test zeigten sich Probleme mit älteren Live-Versionen bei der Erkennung des Launchpads.

Play with me!

Kommen wir nun zu den zahlreichen Anwendungsbereichen des Launchpads, die ich im Vorfeld von diesem Bericht schon angedeutet habe.

Das Launchpad lässt sich hervorragend nutzen, um in der Session-Ansicht seine Loops abzufeuern. Sehr hilfreich ist hier die farblich unterschiedliche Darstellung: Clip läuft (grün), Clip ist geladen (gelb) und Clip wird recordet (rot).

Die 64 Pads lassen sich sowohl zum Triggern der Clips als auch zum Editieren einzelner Szenen nutzen. Die an der Seite zusätzlichen Scene-Tasten ermöglichen das Abspielen einer Szenen-Reihe und dienen dank logischer Zweitbelegung auch zur Bearbeitung verschiedenen Mixer-Eigenschaften wie Lautstärke (Volume) und Balance (Pan). Hinzu kommen zwei Effekt-Sends – pro Kanal, versteht sich. Somit hat man die Möglichkeit dank der Tasten mehrere Kanäle gleichzeitig zu steuern – das muss man erst einmal mit Fadern oder Drehpotis hinbekommen!

Ein weiterer Pluspunkt ist die Instrumenten-Ansicht vom Launchpad. Hierbei entspricht eine Reihe einer Oktave und eine Zeile einer Note. Somit lassen sich auch unterwegs mit dem Laptop auf dem Schoß nicht nur Liveacts fahren, sondern auch Synthesizer-Plugins ansteuern und Melodien oder Drummings einspielen und aufnehmen. Ich persönlich arbeite ähnlich wie eben beschrieben: Zunächst editiere ich einige Szenen, spiele diese hinterher in der Session-Ansicht ein und recorde das Ganze, um den Track abschließend in der Arrangier-Ansicht weiter zu bearbeiten. Den Grundbaustein meiner Tracks legt das Launchpad.

Pro / Contra

Pro

  • sehr leicht, kompakte Bausweise
  • Buttons lassen sich gut bedienen
  • innovatives und selbsterklärendes Bedienkonzept/Layout
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis

Contra

  • weniger zum Auflegen/live spielen geeignet

Fazit

Ist man auf der Suche nach einer mobilen und vor allem interessanten Controller-Lösung und arbeitet mit Ableton Live, dann führt eigentlich kein Weg an dem Launchpad vorbei. Gerade während der Produktionsphase gelingt es einem durch das Gerät und seinem angenehm simplen Aufbau immer wieder, Struktur in seine Tracks zu bringen.

Will man dagegen mehr ein DJ/Live-Act fahren und weniger Zeit mit Producing verbringen, dann bietet Akai mit der APC 20 bzw. APC 40 ein ähnliches Konzept, das jedoch zusätzlich mit Fadern und Poti’s ausgestattet ist und mit denen man die Effekt-Sends von Ableton schneller als mit dem Launchpad abdecken kann.

Für die (mobilen) Producer bleibt aber das Gerät aus dem Hause Novation ein Tipp, gerade bei dem guten Preis/Leistungsverhältnis!

Artikelinformationen

Kategorie: Produkttests Producing

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Kommentare: 5

Kommentare


Sarah schrieb am 11.02.2011, 21:00

Super Beitrag!!!!!!


Sehr umfangreiche Informationen über das Launchpad,werd ich mir bald zulegen.


Grüße
Sarah

Jan Radzey schrieb am 19.04.2011, 11:29

hey danke für deinen beitrag,
hab aber noch n paar fargen.
kann man das launchpad auch als “normalen” midicontroller nutzen für traktor 2 ? und sind die verschiedenen farben der tasten auch außerhalb von ableton nutzbar?
gruß jan

Daniel

Daniel schrieb am 19.04.2011, 17:09

@ Jan: Ja, du kannst das Launchpad in jeder MIDI-fähigen Software nutzen, also auch in Traktor. Im Native Instruments findest du auch ein Mapping: http://www.native-instruments.com/forum/showthread.php?t=99929

Laut Posting verfügt das Mapping über LED Feedback. Wir haben das Mapping allerdings noch nicht ausprobiert.

Dennis schrieb am 24.05.2011, 12:59

Hi, danke für den Test smile
Hätte mal eine Frage diesbezüglich:
Dass das Launchpad alleine als Live-Act bzw DJ weniger Sinn macht als z. B. ne APC, macht Sinn.

Glaubst du, wenn ich das Launchpad einfach um einen Korg Nanokontrol erweitere, läuft das Livespielen doch? Im Prinzip habe ich vor:
Clips bzw Tracks mit dem Launchpad zu starten und eben Effekte bzw “Laut-Leise” mit den Linefadern des Nanokontrol zu steuern..

Danke schonmal für die Antwort smile

Alex

Alex schrieb am 24.05.2011, 16:21

@ Dennis: Generell ist das Livespielen alleine mit dem Launchpad auch möglich, allerdings mit Einschränkungen was die Flexibilität von Deinem Liveset anbelangt. Daher solltest Du Dir im Vorfeld die Frage stellen, was Dein Live-Setup alles können MUSS, um Deinen Sound auch Live umsetzen zu können. Vielleicht ist das Launchpad auch schon ausreichend für dein Vorhaben, denn die Lautstärke einzelner Clips kannst du auch mit dem Launchpad genauso ansteuern, wie die Effekt-Sends (Send A und Send B pro Kanal).
Wenn Du in Deinem Liveact allerdings mit Poti’s und Fadern arbeiten möchtest, dann macht eine Erweiterung mit dem Nanokontroll auf jedenfall Sinn!


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