Ende 2009, Anfang 2010 hat Numark mit der Vorstellung von NDX 200, NDX 400 und NDX 800 seine Modellreihe an DJ-CD-Playern komplett überarbeitet und damit die iCDX Reihe abgelöst. Während NDX 200 und NDX 400 nach wie vor erhältlich sind, fristete der NDX 800 nur ein relativ kurzes Dasein, wurde er doch bereits gut eineinhalb Jahre nach Erstauslieferung durch den Numark NDX 900 ersetzt. In diesen technologisch schnelllebigen Zeiten will ein Hersteller natürlich den Anschluss an die Konsumenten nicht verpassen und so spendierte Numark dem NDX 900 ein Audio Interface bei ansonsten gleich gebliebener (üppiger) Ausstattung. Ein durchaus gefragtes Feature, was man sonst nur bei den deutlich teureren Pioneer CD-Playern findet und vor allem dann Sinn macht, wenn man einen Tabletop CD-Player nicht mit CDs oder USB-Sticks füttern möchte, sondern mit dem CD-Player die Steuerung von Traktor beabsichtigt.
Features
- großes, hintergrundbeleuchtetes Display zur Anzeige von BPM, CD/MP3 - Text Tags und Ordner Navigation
- Wiedergabe von CDs, MP3 CDs, USB-Flash Laufwerken sowie Steuerung von Musik Software
- nahloses Looping, Sampling, Hot Cues
- Key Lock fixiert Pitch bei unabhängiger BPM-Manipulation
- leises, schnelles und robustes Slot Loading Laufwerk
- CD/MP3/USB-Player mit USB/MIDI-Computer Interface
- Wiedergabemodi: Single, Continuous, Program und Zufall
- vinylähnliches Starten und Stoppen von Musik
- großes, beleuchtetes 7” Scratch Wheel mit einstellbarer Berührungsempfindlichkeit
Technische Daten
- Ausgänge: Cinch, Digital S/PDIF
- 24-Bit USB Audiointerface
- Steuerung von MIDI Software via USB, kein Timecode nötig
- einstellbarer Pitch +/- 6, 12, 25 und 100%, Bending über Pitch Buttons
- Inkl. Native Instruments Traktor 2 LE DJ Software
Erster Eindruck
Der NDX-900 macht auf den ersten Blick einen soliden Eindruck. Alle Potis, Fader und Taster fassen sich solide an und ragen sowohl passgenau als auch ohne erkennbare Mängel in der Verarbeitung aus dem Gehäuse. Das Gehäuse besteht zwar aus Plastik, gibt aber auch bei stärkerem Druck nicht nach, womit man den Player bedenkenlos in einem entsprechenden Case oder in einer Tasche transportieren kann.
Das Layout des DJ-CD-Players mag vor allem für den hiesigen Pioneer-Nutzer auf den ersten Blick etwas verwirrend daher kommen, da sich Numark hier nicht am Branchenstandard orientiert und eigene Wege in der Anordnung der Tasten geht. Das kann man unter dem Gesichtspunkt der Eigenständigkeit für gut heißen, schließlich muss jeder, der sich an Pioneers CD-Player-Layout orientiert, gefallen lassen, der Einfallslosigkeit bezichtigt zu werden. Andererseits macht es natürlich Sinn sich an etablierten Modellen zu orientieren, denn gerade im CD-Player-Bereich steht in den Clubs so gut wie nichts anderes als Pioneers CDJs.
An der Rückseite hat der Numark NDX 900 einen Cinch-Ausgang für den Stand Alone Betrieb, einen extra Cinch-Ausgang für das Audio Interface, einen digitalen Coaxial-Ausgang, einen Faderstartausgang und einen USB-Anschluss zum Verbinden mit einem PC oder MAC.
Der Numark NDX als Stand Alone Media Player
Ob herkömmliche Audio-CDs, MP3-CDs oder USB-Sticks befüllt mit MP3-Dateien – der Numark NDX 900 ist jedem dieser Formate wohlgesonnen. Die Einlesezeit von Audio CDs liegt bei ca. 8 Sekunden, die Einlesezeit von MP3-CDs bei ca. 12 Sekunden. Per USB-Stick dauert es an die 10 Sekunden bis der Stick und seine Ordner erkannt wurden. Mit diesen Einlesezeiten gewinnt Numark zwar keinen Blumentopf mehr, Pioneers aktuelle CD-Player-Modelle können all diese Zeiten unterbieten, aber man muss bei diesen Werten auch nicht unbedingt Sorge haben, dass ein Übergang aufgrund einer zu langen Einlesezeit nicht gelingt.
Das in Blau leuchtende Display des NDX 900 zeigt nach dem Einlesen unter anderem Tracknamen, Tracklänge, die Geschwindigkeit mittels BPM-Wert und den Pitchwert an. Beim einpitchen fällt leider sofort auf, dass der NDX 900 selbst bei einem Pitchbereich von 6% nur in 0,1 %-Schritten arbeitet. Dies kann zu Ungenauigkeiten beim Eingleichen von liedern führen, was letztendlich ein auseinanderlaufen von Tracks bei längeren Übergängen bedeutet. Ein deutlicher Nachteil gegenüber Spielern von Reloop, die in einer ähnlichen Preisliga spielen und wie die Modelle von Pioneer mit 0,02 %-Schritten arbeiten. Anhand von kleinen Pixelblöcken gibt das Display zudem Information darüber, an welcher Stelle im Track man sich ungefähr befindet. Eine vereinfachte Waveformanzeige ist dies allerdings nicht.
Neben der Pitchauflöung ist das Jog Wheel ein zentrales Element auf einem DJ-CD-Player. Das 7” große und zugleich berührungsempfindliche Jog Wheel liefert für einen CD-Player dieser Preisklasse vernünftige Ergebnisse. Es kann zwischen Scratch und Pitchbendmodus gewechselt werden: Während der pausierten Wiedergabe kann ein Track im Pitchbendmodus Frame für Frame abgesucht, sodass ein CUE-Punkt akkurat gesetzt werden kann. Bei der Konstruktion des Jog Wheels selbst, merkt man dem Player allerdings seinen günstiger Preis an: Da es nur in der Mitte mit dem restlichen Teil des CD-Player verschraubt ist, kann man das Jog Wheel deutlich zum Kippeln bringen, was sich allerdings bisher nicht negativ auf die Ausgabe bemerkbar gemacht hat und diese Tatsache deswegen nur unter haptischen Gesichtspunkten einen Minuspunkt bekommt.
Nicht nur das Layout kann dem mit Pioneer CD-Player vertrauten DJ das ein oder an Eingewöhnung abverlangen, auch das CUE-System unterscheidet sich, denn CUE-Punkte werden nicht mit dem CUE-Taster gesetzt, sondern im Pausemodus mit der Playtaste, die zugleich als CUP-Taste fungiert. Loops lassen sich per Loop In und Loop Out Taste setzen. Per Kippschalten lassen sie sich zudem verkleinern bzw. vergrößern. Praktisch ist zudem die Reverse-Funktion, die per Kippschalter den Track rückwärts abspielt – entweder im Bleepmodus, in dem der Track im Hintergrund (nicht hörbar) weiterläuft oder im Reversemodus, in dem der Track tatsächlich rückwärts läuft.
Bei Effekten in DJ-CD-Playern scheiden sich die Geister. Der Numark NDX 900 hat fünf an Board (Chop, Echo, Filter, Flanger, Pan, Phaser). Diese sind eine nette Dreingabe und für Einstieg klanglich durchaus akzeptabel, auch wenn sie natürlich nicht mit den Effekten in Profipulten mithalten können. Für Verwirrung sorgt jedoch der Parameterpoti, der den Zeitparameter des Effekts in Millisekunden nacht rechts hin verkleinert und nach links vergrößert. Ein Firmwarefehler? Wie bei Numark Geräten üblich kommt als Dry/Wet-Regler kein Poti sondern ein Mini-Fader zum Einsatz. Es lässt sich damit gut arbeiten, sogleich man diese Art der Effektsteuerung wieder etwas Eingewöhnung kostet, sofern man normalerweise mit Dry/Wet-Potis arbeitet. Anfänger kommen sicherlich mit beiden Varianten gut klar.
Der NDX 900 und Traktor
Zwei besondere Features des Numark NDX 900 sind seine MIDI-Fähigkeit und das integrierte Audio Interface, mit dem der Player auch die Tonausgabe von Traktor übernehmen kann. Um Tracks über einen externen Mixer ineinander zu mischen, ist es notwendig, dass die Interfaces von zwei NDX 900 softwareseitig zusammengefasst werden. Unter Mac OS X ist dies bereits systemseitig über die MIDI-Audio-Einstellungen möglich, unter Windows benötigt man hierzu Asio4All. Ebenso verhält es sich mit den Treibern: Der NDX 900 arbeitet unter Mac OS X mit den systemeigenen Core Treibern, unter Windows ist wieder der Asio4All Treiber nötig.
Dank “Traktor Ready”-Zertifizierung ist der Numark NDX 900 im Setup Wizard von Traktor Pro 2 integriert. Das gewünschte Setup ausgewählt und schon kann es losgehen. Das Mapping ist durchdacht. Es lassen sich neben den Standardfunktionen auch Effekte und Loops steuern. Im Display wird wie auch im Stand Alone Modus der Fortschritt des Tracks in kleinen Pixelblöcken dargstellt. Die Klangqualität des Interfaces gibt bei einem Gerät dieser Preisklasse keinen Grund zur Beanstandung.
Fazit
Der Numark NDX 900 ist ein günstiger DJ-CD-Player mit einer großen Hülle und Fülle an Features. Auf der Featureseite kann er es durchaus mit dem CDJ-350 von Pioneer aufnehmen. Auch wenn der Großteil an Funktionen zufriedenstellend umgesetzt wurde, zeigt sich spätestens an der geringen Pitchauflösung von 0,1%, dass man bei einem CD-Player für unter 400 € Abstriche machen muss.
Etwas gewöhnungsbedürftig kann zudem das Layout sein. Aber auch nur dann, wenn man sich bereits auf Geräte von Pioneer eingeschworen hat und regelmäßig mit CDs im Club spielt. Einem Einsteiger kann dies erst mal egal sein. Positiv hervorzuheben ist die Implementierung in Traktor und das integrierte Interface.
Als Alternative zum Numark NDX 900 kommt der Reloop RMP-2.5 in Frage. Dieser hat zwar keine Effekte, verfügt aber wie der Numark NDX 900 über eine MIDI-Schnittstelle und eine feinere Pitchauflösung (0,02 %).
Pro/Contra
Pro
- günstiger Preis
- gute Verarbeitungsqualität
- MIDI-Fähigkeit
- integriertes Audio Interface
Contra
- geringe Pitchauflösung in 0,1 Prozentschritten
- Layout möglicherweise gewöhnungsbedürftig
Numark NDX 900
- Spielt CDs, MP3 CDs und USB Sticks
- MIDI-fähig und Audio Interface
- 5 Effekte (Filter, Flanger, ...)
Kategorie: Produkttests
Tags: traktor, native instruments, dj cd-player, traktor pro 2, numark, ndx 900, ndx 800
Kommentare: 1










Joe G. schrieb am 05.01.2012, 14:39
Hallo Daniel,
ich habe ‘Blog auf mehr’...
wann gibts mal wieder “neue News” hier?? Und gibt es mal wieder ein neues Video-Tutorial / Vorstellung von euch?
Herzlichst,
Joe G.