Im Test: Pioneer CDJ-350

 
Im Test: Pioneer CDJ-350

Hier kommt mal wieder ein Testbericht aus dem DJ CD-Player-Bereich von mir. Dieses Mal nehme ich für euch den neuen Pioneer CDJ-350 unter die Lupe. Dieser wurde erstmals auf der diesjährigen Musikmesse in Frankfurt präsentiert und ist nun seit kurzem auch erhältlich. Der CDJ-350 wird den CDJ-400 ablösen, der Straßenpreis liegt zur Zeit bei knapp unter 600 Euro pro Player.

Technische Daten

  • kompatibel mit einer Vielzahl von Medien und Musikformaten
  • Beat Display-Funktion für bessere Scratch- und Looping-Performance
  • Auto Beat Loop-Funktion
  • Auto BPM Lock für Tempo-Matching per Tastendruck
  • Erstellen von Playlisten mit sofortiger Registrierung von Tracks
  • Anschluss an Computer ermöglicht Verwendung als Controller für DJ-Software
  • Temposteuerung Schritte 0,02 % bei [±6 %], 0,05 % bei [±10 %], 0,05 % bei [±16 %], 0,5 %
  • unterstützt MP3, AAC, WAV, AIFF
  • Frequenzgang: 4 Hz - 20 kHz
  • Rauschabstand: 110 dB
  • Maße: 217,9 x 107,5 x 296,3 mm
  • Gewicht: 2,7 kg
  • Inkl. Musikmanagement-Software rekordbox

Lieferumfang

Neben dem regulären Zubehör bestehend aus Stromkabel, Faderstartkabel und der Bedienungsanleitung, gibt es die Software “rekordbox” dazu.(Also wie beim CDJ-900 und CDJ-2000)

Der erste Eindruck

Wie bei Pioneer üblich, ist die Verpackung sehr einfach gehalten. Kleine “Verpackungüberraschungen”, die die Vorfreude noch steigern, sind hier nicht zu finden. Den Karton geöffnet, wundert man sich erstmal etwas über das doch sehr geringe Gewicht. Die 2,7 kg des Pioneer CDJ-350 sind gerade mal halb so viel, wie das Gewicht von vergleichbaren DJ CD-Player. Das Gehäuse ist komplett aus Plastik gefertigt und gibt bei stärkerem Druck leicht nach. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein wertiges Gerät, das aufgrund des neuen Designs jetzt auch optisch zu den großen Brüdern CDJ-900 und CDJ-2000 passt. Auf den LED Kranz um das Jog wurde beim CDJ-350 jedoch verzichtet.

Der Pioneer CDJ-350 im Detail

Der CDJ-350 hat auf den ersten Blick die bei Pioneer CD-Playern gewohnten Funktionen. Das berührungsempfindliche Jog-Wheel und der Pitch machen, wie von Pioneer gewohnt, eine gute Arbeit, vor allem das Jog Wheel ist gegenüber dem CDJ-400 aufgewertet wurden. Man sollte anmerken, dass das Jog Wheel eigentlich eher als druckempfindlich, denn berührungsempfindlich zu beschreiben wäre. Bei einem Pitchbereich von +/- 6% lässt sich das Tempo in 0,02 Prozentschritten erhöhen bzw. verkleinern. Der maximale Pitchbereich liegt bei +/- 16% in 0,5 Prozentschritten. Es gibt zudem die Möglichkeit ein Master Tempo festzulegen: Die Tracks werden dann nach kurzer Betätigung (ein längerer Druck ermöglicht euch das Einstellen der Geschwindigkeit) der “BPM Lock”-Taste automatisch auf das gewünschte Tempo eingepitcht.

Das Display gibt die üblichen Infos über Tracknummer, verbleibende bzw. gespielte Zeit (je nach Einstellung), Pitcheinstellungen und die Beats pro Minute, die bis auf eine Nachkommastelle anzeigt werden und in den von mir getesteten Tracks auch genau arbeiteten. Darunter dargestellt befindet sich eine in Rot gefärbte Zeitleiste, die die Länge des Lieds darstellt. Waveformen kann der CDJ-350 allerdings nicht darstellen. Des Weiteren kann man sich im Info-Mode durch drehen des “Select Push”-Endocers die Schläge des Tracks anzeigen lassen. Das kann natürlich ungemein helfen, auf den ersten Schlag zu starten, als auch Loops und Cue-Punkte zu setzen.

Unterhalb des Displays kann man die verschiedenen Quellen auswählen. Zur Wahl stehen CD, USB und eine MIDI-Verbindung zum Computer. Um den Modus zu wechseln, muss die jeweilige Taste für ungefähr zwei Sekunden gedrückt werden.

Wie beim CDJ-400 kann man oben links einen USB-Stick anschließen und Musikdateien davon abspielen. Das klappt gut: Musikdateien auf USB-Medien werden nach ein paar Sekunden Ladezeit problemlos wiedergegeben. Auch die Suche nach den Tracks ist intuitiv und wird über den “Select Push”-Endocer ausgeführt. Etwas merkwürdig fand ich jedoch, dass der im Display angezeigte Track nicht direkt mit der Play-Taste geladen werden kann, sondern vorher erst mit dem “Select Push”-Encoder ausgewählt werden muss.

Die Loop-Funktion bedarf meiner Meinung nach einer kurzer Erklärung. So lassen sich über die “Loop In/Cue”- und “Out”-Tasten zwar wie gewohnt Loops manuell setzen, will man diese dann jedoch über die “Loop Divide”-Tasten verkürzen, so ist dies nicht wie erwartet möglich. Die “Loop-Divide”-Funktion verhält sich bei kurzem Druck vielmehr wie eine Art Beat Slicer, bei länger gedrückter Taste wie eine Art Beat Roll-Funktion. Keine Frage, auch ein sehr cooler Beat Effekt, jedoch meiner Meinung etwas missverständlich umschrieben.

Der Anschluss an den Computer erfolgt über einen weiteren USB-Port an der Hinterseite. Die Treiber von der mitgelieferten CD installiert und los geht’s? Nicht ganz. Leider befindet sich auf der CD kein Mapping für Traktor. Und auch die HID-Funktionalität wird bisher nicht ausgeschöpft. Traktor könnte so zum Beispiel Titelinformationen an den CDJ-350 senden, sodass diese dann auf dem Display des Pioneer CDJ-350 erscheinen. Etwas Mut macht hingegen, dass bereits in Traktor befindliche Mapping für den Pioneer CDJ-400, denn dieses stimmt mit den meisten der (midifähigen) Tasten des CDJ-350 überein, sodass hier nicht mehr viel umgemappt werden muss. Dennoch ist es natürlich nicht sehr nutzerfreundlich, dass Pioneer bis jetzt noch kein Standardmapping mitliefert oder zum Download anbietet. Erstaunt war ich darüber, dass der CDJ-350 bereits ein Audio Interface enthält. Bei der Nutzung von zwei CDJ-350 müssen die beiden Audio Interfaces allerdings erst “zusammengefasst” werden, da sich in Traktor immer nur eine Soundkarte auswählen lässt. Wie das funktioniert, könnt ihr euch im Controller Setup-Video des CDJ-2000 anschauen.

Update vom 08.09.2010: Pioneer hat mittlerweile ein offizeilles MIDI-Mapping für den CDJ-350 veröffentlicht, das ihr euch hier runterladen könnt.

Wer nicht mit Traktor auflegen mag, aber trotzdem seine Tracks für einen Gig vorbereiten möchte, hat die Möglichkeit die Pioneer hauseigenene Software rekordbox zu nutzen. Damit lassen sich beispielsweise Cue- und Loop-Punkte setzen oder die Geschwindigkeit von Tracks analysieren, sodass diese nicht mehr vom Player selbst ermittelt werden muss. Die vorherige Analyse hat zudem den Vorteil, dass Tracks von USB-Medien einen Tick schneller geladen werden. Die Software ist intuitiv zu bedienen, erfordert aber, wie üblich bei ungewohnter Software, hier und da ein wenig Einarbeitungszeit. Playlisten lassen sich problemlos auf einen USB-Stick kopieren und vom CDJ-350 wiedergeben. Auch das Erstellen und Bearbeiten von Playlisten direkt über den CDJ-350 ist möglich – allerdings beschränkt sich die Playlistfunktion auf USB-Sticks. Leider ist es mir nicht gelungen in rekordcase gesetzte Cue-Punkte auf dem CDJ-350 nutzen. Das mag wohl daran liegen, dass man nur einen einzigen CUE-Punkt mit CDJ-350 ansteuern kann. Dennoch würde ich die Beigabe von rekordcase als positiv bewerten, schon deswegen, weil die großen Brüder des CDJ-350, der CDJ-900 und der CDJ-2000, diese Software (voll) unterstützen.

Pro/Kontra

Positiv

  • rekordbox wird mitgeliefert (jedoch sind anscheinend nicht alle Funktione auf dem CDJ-350 nutzbar)
  • verbesserte Scratch- und Loopeigenschaften
  • integriertes Audio Interface

Negativ

  • keine Effekte (abgesehen von Loop-Effekten)
  • nicht alle Funktionen von rekordbox nutzbar
  • relativ hoher Preis

Fazit

Mit dem CDJ-350 wird das Rad nicht neu erfunden. Das Gerät ist eine logische Weiterentwicklung des CDJ-400, ergänzt um ein paar aktuelle Features der CDJ-Reihe von Pioneer. Egal ob als Controller für DJ Software, Massenspeicherplayer in Verbindung mit rekordbox oder ganz althergebracht als CD/-MP3-DJ-Player: Der ambitionierte DJ wird damit bestimmt gut klarkommen. Leider unterstützt der CDJ-350 einige rekordbox-Funktionen nicht. So ist es mir beispielsweise nicht gelungen, in rekordbox erstellte Cue-Punkte auf dem CDJ-350 zu nutzen.

Ein wenig stutzig macht mich zudem das sehr geringe Gewicht, auch wenn dies natürlich noch keinen direkten Schluß auf die Qaulität der verwendeten Bauteile zulässt. Verwunderlich ist es trotzdem, andere Player dieser Preisklasse wiegen durchaus fast doppelt so viel. Wie bei allen Pioneer Produkten muss für den CDJ-350 nicht gerade wenig Geld investiert werden. Trotz der Kritikpunkte bekommt man für knapp 600€ einen DJ CD-Player, der gut durchdacht ist und an das Pioneer übliche Niveau anknüpfen kann.

Wir haben ein Exemplar bei uns im Elevator DJ Store in Münster zum Antesten bereit stehen. Das ist bestimmt für den einen oder anderen auch im Zusammenspiel mit dem DJM-350 eine interessante Sache. Schaut einfach vorbei!

Pioneer CDJ-350

  • Auto Beat Loop-Funktion
  • MIDI-Fähiger DJ Controller
  • unterstützt MP3, AAC, WAV, AIFF
Artikelinformationen

Kommentare


steve schrieb am 16.07.2010, 19:46

Hab ihn auch schon ausrpobiertIch persönlich komme mit kleinen Jog-Wheel einfach nicht klar. Es fühlt sich nicht gut an. Obwohl er von der Technik und dem gleichlauf fürs mixen ausreicht, bevorzuge ich die großen Brüder.www.djmixingsoftware.de/software.

Nico Spory schrieb am 24.10.2011, 21:06

Ich hatte die dinger auf der Musikmesse getestet und bin echt enttäuscht von Pioneer. Das Jog wurde ja irgendwie hoch angepriesen. Ich fand es einfach nur total wackelig und fühlte sich an als wär das ein CDJ 1000 der seine besten Jahre hinter sich hatte.


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