Im Test: Reloop Digital Jockey 2 Master Edition

 
Im Test: Reloop Digital Jockey 2 Master Edition

Nachdem wir bereits die auf der Musikmesse 2010 vorgestellten Produktneuheiten von Pioneer, Denon und Co. genauer unter die Lupe genommen haben, ist nun der deutsche Equipmenthersteller Reloop an der Reihe. Mit der Master Edition des Digital Jockey 2 wird eine erweiterte Version der äußerst beliebten Digital Jockey 2 Serie ins Rennen um den Platz neben eurem Laptop geschickt.

Wie Reloop erklärt, wurde die Master Edition des Digital Jockey 2 vor allem anhand von Kundenwünschen verbessert bzw. erweitert. Konnte man die "Bedrooms" dieser Welt bereits erfolgreich mit der Controller und Interface Edition erobern, möchte Reloop mit der Master Edition zunehmend Club- und Mobile-DJs ansprechen. Symmetrische Ausgänge und ein besseres Interface sind hier die Stichwörter. Hinzu kommt, dass der Digital Jockey 2 Master Edition als eigenständiger Mixer ohne eine DJ-Software wie Traktor funktioniert.

Features und technische Daten

Features

  • PRO Traktor Controller mit Stand-Alone Mixing Funktion
  • insgesamt 73 MIDI-Regler (42 Tasten, 5 Fader, 9 Encoder, 6 Druck-Drehregler, 9 Drehregler, 2 berührungsempfindliche Jog Wheels)
  • integriertes 4-Kanal USB-Audio-Interface mit 24-Bit/96 kHz
  • Weitere Features

Technische Daten

  • Maße: 370 x 38 x 295 mm
  • Gewicht: 2,65 kg
  • Inkl. Native Instruments Traktor LE DJ Software, Netzteil und USB-Kabel

Lieferumfang

Der Digital Jockey 2 Master Edition kommt in einem schicken, schwarzen Karton zu euch. Der Controller selbst wird durch zwei Styroporschienen sicher im Karton gehalten, sodass ihr keine Angst vor Transportschäden haben müsst.

Im Lieferumfang enthalten sind ein USB-Kabel, ein (optionales) Stromkabel, die Treiber-CD mit Traktor LE und eine Bedienungsanleitung.

Der erste haptische Eindruck

Das Schutztuch vom Controller abgezogen, erfreut man sich über das ordentliche Gewicht, das den Controller ohne verrutschen auf einem Tisch hält. Ein stabiles Gehäuse, das bis auf die Seitenteile komplett aus Metall gefertigt wurde, bestätigt das gute Gefühl.

Neue Anschlussvielfalt und ein flexibles Routing ...

... oder auch aus zwei mach vier, denn durch das flexible Routing könnt ihr bis zu vier Quellen gleichzeitig mixen: Eine der Hauptneuerungen des Digital Jockey 2 Master Edition ist die Anschlussvielfalt. So verfügt die Master Edition über zwei Inputs und über drei Ausgänge, wovon einer symmetrisch ist. Nicht zu vergessen der Mikrofoneingang. Die Interface Edition hingegen verfügt nur über einen Phono-/Line-Eingang und einen Mikrofoneingang, die nur innerhalb einer Software einspeisbar sind.

Besonders das Input Routing erweist sich als äußerst raffiniert, denn alle Inputs lassen sich auch über den Jockey selbst routen (sogenannte Stand-Alone Mixing-Funktion). Das heißt, ihr könnt den Digital Jockey 2 Master Edition auch als ganz normalen 2-Kanal-Mixer mit zusätzlichem Mikrofoneingang nutzen. Das Umschalten erfolgt über kleine Switches an der Vorder- und Rückseite. So lassen sich zusätzlich externe Quellen einspielen, während ihr Traktor per Midi-Signal steuert. Die externe Quelle wird, sofern gewünscht, während der Steuerung von Traktor wiedergeben und ermöglicht nach kurzer Eingewöhnung den kreativen Mix von insgesamt vier Quellen. Sogar die Transportsektion von Traktor lässt sich während der Wiedergabe einer externen Quelle steuern. Ein wahrlich flexibles Routing!

Potis, Fader und Buttons

Die Plastikpoticaps können durch einen äußerst festen Sitz überzeugen. Einzig die Equalizer-Sektion wackelt leicht. Dies ist aber dadurch bedingt, dass sich die Equalizer gleichzeitig drücken lassen und somit konstruktionsbedingt etwas mehr Spielraum vonnöten ist. Alle Potis sind mit einer Platte unter der Topplatte verschraubt, sodass bei Belastung der Druck von der eigentlichen Hauptplatine genommen wird. Die Potistifte werden übrigens aus Metall gefertigt.

Die Linefader haben einen angenehmen Widerstand. Der Crossfader hingegen lässt sich sehr leichtgängig von der einen zur anderen Seite pusten (Ja, ich habe es wirklich ausprobiert) und weiß damit vor allem Scratch- und Cut-Freunde zu begeistern.

Die zwei rasterlosen Pitchfader wiederum sind sehr schwerfällig, was beim Einpitchen aber positiv zu bewerten ist. Schließlich möchte man ja möglichst genau arbeiten können und da ist ein stärkerer Widerstand hilfreich.

Die Buttons bestehen wie bei allen anderen Jockey-Reihen aus Hartplastik und haben einen klaren Druckpunkt.

Der Midi-Modus

Insgesamt 73 Midi-Regler stehen auf dem Digital Jockey 2 zur Verfügung, womit sich nahezu alle Funktionen auf zwei Decks(plus jeweils einem Effekt) steuern lassen. Das Layout des Jockeys ist symmetrisch aufgebaut. Das bedeutet, das alle Regler, die ihr für Deck A vorfindet, auch für Deck B zur Verfügung stehen.

Die Midi-Effektsektion besteht aus umfangreichen vier Pushencodern und vier Buttons, sodass sich damit Tracks bequem manipulieren lassen – sowohl im Advanced als auch im Chained Modus. Direkt neben der Effektsektion befindet sich die Loop-Sketion: Hier sind Tasten zum Setzen von manuellen Loops (In/Out) sowie eine Autolooptaste und eine "Loop Active"-Taste vorhanden. Die Loop-Länge lässt sich im Shiftmodus über den vierten Effektpoti steuern.

Auch wenn der Digital Jockey 2 in erster Linie für zwei Decks ausgelegt ist, lassen sich über die Shift-Funktion Deck C und D steuern – wenn auch etwas eingeschränkt.

Die Jog Wheels haben eine angenehme Größe und verfügen über eine berührungsempfindliche Oberfläche, welche beim Berühren im Scratch-Modus das Lied anhält. Die Jog Wheels dienen aber nicht nur zum Scratchen. So kann über die Jog Wheels ebenso im Lied gespult werden und der Dry/Wet-Parameter der Effektsektion gesteuert werden. Darüber hinaus gibt es eine Pitch Bend-Funktion der Jog Wheels.

Da es sich um einen Midi-Controller handelt, lassen sich natürlich alle Regler und Tasten frei nach euren Wünschen belegen.

24-Bit und 96 kHz

Die Master Edition verfügt über eine verbesserte Soundkarte: Statt der vorherigen Auflösung von 16-Bit/48 kHz kommt nun ein Soundchip mit 24-Bit und 96 kHz zum Einsatz. Hinzu kommen die eingangs erwähnten symmetrische Masterausgänge, welche vor allem über längere Kabelstrecken weniger störanfällig sind und eine bessere Qualität liefern.

Der Digital Jockey als Stand-Alone Mixer

Konnte die bisherigen Edition des Digital Jockeys ausschließlich in Zusammenhang mit einer DJ-Software genutzt werden, hat Reloop hier nun auf die Wünsche vieler Kunden reagiert: Der Digital Jockey 2 Master Edition ist nun ebenso ein vollwertiger 2-Kanal-Mixer mit seperatem Mikrofonkanal.

Ob und für welchen Kanal der Stand-Alone Mixer zur Verfügung stehen soll, kann an der Vorderseite über einen kleinen Switch eingestellt werden.

Des Weiteren kann an der Vorderseite die Crossfadercurve eingestellt werden. Daneben befindet sich ein Regler mit Namen "Tone". Dieser ist eine Art Mini-Equalizer, mit dem ihr den Klang des Kopfhörersignals nach eigenen Wünschen einfärben könnt. Ein Features, welches bei den meisten Clubmixern heutzutage leider fehlt.

Die Frequenzbänder des Equalizers sind so ausgelegt, dass sie das Signal des Stand-Alone Mixers bei vollständiger Linksstellung komplett auslöschen. Durch drücken des jeweiligen EQ-Poti wird das komplette Signal abrupt gekillt.

Pro / Contra

Pro

  • gute Verarbeitung
  • integrierter Stand-Alone Mixer
  • flexibles Routing möglich
  • berührungsempfindliche Jog Wheels
  • auf Traktor ausgelegtes Layout

Contra

  • Poticaps aus Plastik

Fazit

Die Master Edition ist eine gelungene Erweiterung auf Grundlage der erfolgreichen Digital Jockey 2-Serie von Reloop, die mit einer guten Verarbeitung und einer durchdachten Anordnung der Bedienelemente punkten kann. Besonders hervorzuheben ist das flexible Routing, dass das einspeisen von externen Quellen ermöglicht und die Master Edition zu einem flexiblen "All In One"-Controller macht.

Kommentare


Chriss schrieb am 08.11.2010, 18:58

Sie wollten ihn club tauglich machen…
ansatzweise geschafft würd ich sagen…
aus eigener erfahrung und ich rede vom club einsatz ist der digital jockey 2 ne super sache er übersichtlich und optisch- sowie nutzertechnisch meiner meinung nach perfekt aufgebaut. Nur geben mit der zeit die tasten den geist auf… nutzen sich ab… was natürlich bei der taste LOAD und PLAY oder CUE sehr ärgerlich ist. Somit ist es im club eher nicht zu empfehlen aber für jeden der gern auf kleinen feiern und partys auflegt optimale komplett lösung.

Matthias schrieb am 20.08.2011, 15:36

Ich kann meinem Vorredner hier nur zustimmen, bei den Tasten hat sich nichts geändert. Mit der Zeit reagieren sie immer schlechter und beispielsweise der Ausfall der Play/Pause Taste ist mitten im Mix sehr ärgerlich.

Andyko schrieb am 06.02.2012, 20:44

Hey

Was passiert da genau mit den Tasten wenn ich mal fragen dürfte ?? Lockern die sich oder ........ ??

Thx im vorraus :D

MFG, Andyko


Kommentar verfassen:


Name*

E-Mail* (wird nicht veröffentlicht)

Website


Merk dir meine persönlichen Informationen

Benachrichtige mich bei neuen Kommentaren

Code eingeben:


 
 
Über diesen Blog

Willkommen im Elevator DJ Blog. Tag für Tag, Woche für Woche werden wir euch hier mit Neuigkeiten und Testberichten aus der Welt der DJ - und Producing-Technik versorgen.


 
Impressum © 2010 Elevator Future of Music