Im Test: Sinn7 Zenit.8

 
Im Test: Sinn7 Zenit.8

Nachdem Sinn7 mit seinen Studiomonitoren der Serie “DieBox” einen großen Erfolg verzeichnen und auch die Fachpresse überzeugen konnte, wurden die weiterentwickelten Nachfolgemodelle ins Rennen um erschwingliche Studiomonitore geschickt. Die Namensgebung “Zenit” der neuen Nahfeldmonitoren lässt schon mal eine gewisse Perfektion im höheren Frequenzspektrum erwarten.

Ob dies nun tatsächlich so ist und was sonst noch geboten wird, möchte ich in einem Test der Sinn7 Zenit.8 Nahfeld-Studiomonitore für euch herausfinden.

Features und technische Daten

Features

  • professioneller Nahfeldmonitor
  • magnetisch abgeschirmt
  • Ferrofluid-gekühlter Neodymium Soft Dome-Hochtöner
  • Glass Aramid Composite-Tieftöner
  • abgerundete Ecken für reduzierte Kantenbrechung
  • optimierte Bassreflexkanäle
  • 24 dB Octaven-Filter

Technischen Daten

  • 60 Watt RMS Aktiv-Monitor
  • max. Leistung: 100 Watt
  • Bauart: 2-Wege / dynamisches Bi-Amping / Bassreflexsystem
  • Kennschalldruckpegel: 88 dB
  • Speaker: 20,3 cm Bass, 2,54 cm Hochtöner
  • Frequenzgang: 40 Hz - 20 kHz
  • Anschlüsse: XLR, 6,3 mm Klinke und Cinch (10 kOhm, symmetrisch und asymmetrisch)
  • Maße: 383 x 266 x 306 mm
  • Gewicht: 13,1 kg (Stück)

Lieferumfang

Haltet ihr einen neu verpackten Sinn7 Zenit.8 Studiomonitor zum ersten Mal in Händen, so werden schon mal alle “Unboxing-Fans” auf ihre Kosten kommen. Der Auspackspaß der aufwändig gestalteten Verpackung beinhaltet nicht eine, nicht zwei, sondern drei Schichten, durch die man sich kämpfen muss, ehe man den Nahfeld-Monitor befreit hat: Zunächst eine transparente Plastikfolie, die der Schachtel Schutz gewährt. Darunter die Verpackung, in der sich wiederum fein säuberlich verpackt und weich eingelagert die aktive Lautsprecherbox befindet. Für alle gleichsam interessant: Im Lieferumfang sind eine Bedienungsanleitung, ein knapp 2m langes Stromkabel, 4 kleine aufklebbare Gummifüße und natürlich die Monitorbox, mit einem doch recht eindrucksvollen Gewicht von über 13 kg.

Der erste Eindruck

Bereits wenn man den Sinn7 Zenit.8 aus der Verpackung hebt, fällt einem sofort das enorme Gewicht von über 13 kg auf. Dies ist vor allem auf den sauber verarbeiteten, mit schwarzem Klavierlack überzogenen MDF-Holzkörper, und die rückseitig verbaute Verstärkereinheit zurückzuführen. Verglichen mit Studio-Monitorboxen aus unserem Sortiment ist dieses Gewicht in der qualitativ hochwertigeren Klasse aber durchaus normal. Das Gehäuse an sich wirkt durch die parallele Anordnung der gegenüberliegenden Wände eher schlicht, kann sich aber optisch durch die weißgrauen Lautsprechereinrahmungen und den beleuchteten Logos durchaus gegenüber der Konkurrenz abheben. Besonders in dunklen Umgebungen wirken die Beleuchtung des runden Ein/Ausschalters mit der aufgedruckten “7” und die des Hersteller-Logos sehr interessant. Sehr praktisch, wie ich finde, sind auch die mitgelieferten, halbkugelförmigen Gummifüße, die bei Bedarf auf der Unterseite des Lautsprechers angebracht werden können und so für eine recht gute Entkoppelung zum Untergrund sorgen. Eventuelle Befürchtungen, dass beim Bewegen des Studiolautsprechers die selbstklebenden Füßchen abfallen, kann ich nicht bestätigen. Nach einmaligen Aufbringen sitzen diese richtig fest.

Die Anschlüsse und Bedienung

Wenn ihr euch einen Studiomonitor zulegt, geht es euch sicherlich nicht vordergründig um das Design, sondern vielmehr um ein objektives Klangbild. Bevor ich aber auf den Klang des Sinn7 Zenit.8 Nahfeld-Studiomonitors genauer eingehe, ist die Anschlussvielfalt auf der Rückseite nicht ganz uninteressant: So gibt es einmal den asymmetrischen RCA-Eingang. Oft, der Verständlichkeit halber, auch als Cinch-Eingang bezeichnet und ermöglicht das komfortable Verbinden eines Audio-Interfaces oder gar eines MP3-Players, wenn man mal eben ein paar Tracks auf die Schnelle vorführen möchte. Gerade spezielle Audio-Interfaces für Studioanwendungen bieten oftmals die Möglichkeit, mit einem symmetrischen 6,3 mm Klinke- oder XLR-Kabel an Monitorboxen angebunden zu werden. Zuletzt genannte Anschlussvarianten sind ebenfalls am Zenit.8 möglich und gewährleisten aufgrund ihrer Redundanz eine unverfälschte Signalübertragung auch über größere Distanzen. Zusätzlich befinden sich für die Feineinstellungen zwei gummierte, griffige Drehregler auf der Rückseite: Die Lautstärkeregelung weist eine feine Rasterung auf, was aber nicht die Genauigkeit der Auswahl aus dem Bereich von -30dB bis +6dB merklich benachteiligt. Der andere Regler dient zur Klangregelung, wobei sich die Hochfrequenzen je nach Räumlichkeit absenken oder verstärken lassen. Leider sind mit 4 Einstellungsmöglichkeiten nur kleinere Änderungen möglich, die in den meisten Fällen aber ausreichen.

Der Klang des Zenit.8 Studiomonitors

Um den Klang zu testen, habe ich mich für die Native Instruments Audio 8 DJ als Audio-Interface entschlossen, da diese eine sehr hochwertige und detailgetreue Audiowiedergabe ermöglicht. Das Interface ist über ein kurzes Cinch-Kabel an den Zenit.8 angeschlossen. Spätestens jetzt kommt man an einen Punkt, an dem man sich fragt: “Wie geht das Teil eigentlich an?” Diese Frage klärt sich glücklicherweise nach einem flüchtigen Blick in das Manual. Der Hauptschalter versteckt sich als rundliches Logo mit aufgedruckter Ziffer “7” seitlich des 8” großen Bass-Lautsprechers. Nach dem Einschalten vernimmt man ohne Eingangssignal ein leises, verstärkerbedingtes Grundrauschen. Zugegebenermaßen kann man dieses aber nur vernehmen, wenn man sein Ohr unmittelbar vor dem Tieftöner platziert. Für den Akustiktest habe ich die Monitore nach der Mittelfeld-Methode installiert, da für eine Nahfeldinstallation die Monitore fast schon zu groß sind.

Besonders die Höhen und Mitten kommen über das Zusammenspiel des Neodymium Soft Dome-Hochtöners und des Glass Aramid Composite-Tieftöners sehr klar und detailreich rüber. Gerade in größeren Räumlichkeiten empfiehlt sich aber, über den Hochfrequenz-Drehregler die Stärke der Höhen etwas abzusenken, um ein möglichst lineares und damit objektives Klangbild zu erhalten. Tiefe Frequenzen, also zum Beispiel tiefe Basssequenzen, werden neutral wiedergegeben, sind aber nicht so “extrem”, wie man es beispielsweise von HIFI-Boxen gewohnt ist. An dieser Stelle sollte man sich aber über die Unterschiede zwischen HIFI- und Studio-Lautsprechern im Klaren sein. Wenn nicht, hilft ein kurzer Blick in Mirko’s Home Recording Tutorial 1. Gerade Bassliebhaber werden sich zur Ergänzung in den tiefen Frequenzbereichen Gedanken machen und über die Anschaffung des zur Serie gehörigen, aktiven Studio-Sub Sinn7 Nadir.10 nachdenken. Allerdings sei dabei angemerkt, dass allein der Aufstellungsort viel Einfluss auf die tiefen Frequenzen hat. Werden die Monitore so angebracht, dass sich der Tieftöner etwas über dem menschlichen Gehör befindet, so wirken die Bässe meist wesentlich satter, da hier das Bassreflex-System genau auf unser Ohr ausgerichtet ist. Ansonsten ist noch zu erwähnen, dass die Studiomonitore Zenit.8 mit 2 x 60 Watt RMS erstaunlich viel Druck haben und auch leicht größere Räumlichkeiten mit dem gesamten Frequenzspektrum lautstark abdecken können.

Pro/Kontra

Pro

  • Erstaunlich lineares Klangspektrum
  • Detailreiche und klare Wiedergabe
  • Verarbeitung
  • Anschlussvielfalt
  • Design
  • Optionale Gummifüße
  • Passive Kühlung ohne sichtbare Kühlrippen

Kontra

  • Tiefe Frequenzen nicht direkt über Drehregler verstärkbar
  • Klavierlack verkratzt leicht

Fazit

Alles in allem kann man sagen, dass die Sinn7 Zenit.8 Studio-Monitore für ihren Einsatzbereich ein gutes Gesamtklangbild bieten. Auch die Ausstattung und das durchdachte Design wissen zu überzeugen. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch für diejenigen, die diese Monitorboxen nicht primär fürs Studio benutzen wollen, sondern eher für die DJ-Konsole und somit unter Umständen gesteigerten Wert auf einen kräftigen Bass legen: Hier sollte, je nach Geschmack, mit dem Sub Sinn7 Nadir.10 nachgewürzt werden.

Übrigens gibt es die Zenit Studiomonitore auch in hochglanzpoliertem Weiß: Sinn7 Zenit.8 White.

Sinn7 Zenit.8 black

  • professioneller Nahfeldmonitor
  • optimierte Bassreflexkanäle
  • max. Leistung: 195 Watt
Artikelinformationen

Kategorie: Produkttests Producing

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Kommentare: 5

Kommentare


Joe G. schrieb am 31.08.2010, 17:03

wow! danke für diesen ausführlichen bericht! toll gemacht - das erleichtert meine kaufentscheidung!

grüße aus würzburg

DJ Suche schrieb am 01.09.2010, 11:45

Hi! Danke für die vielen Infos. Ich werde mir die Monitore mal ansehen. Viele Grüße, Steve

Stefan

Stefan schrieb am 01.09.2010, 17:23

Danke für eure Kommentare.
Wenn euch noch weitere Details interessieren, nur her damit wink

Frank schrieb am 29.09.2010, 22:03

Eine Frage hätt ich noch:

Bezieht sich der Preis von 198 EUR auf ein Paar oder die Einzelbox ? Elevator macht da leider wie so viele Shop-Anbieter (mit Absicht ?) keine Angaben..

Daniel

Daniel schrieb am 30.09.2010, 10:06

Hallo Frank,

vielen Dank für den Hinweis.

Bei dem angegebenen Preis handelt es sich um den Stückpreis. Im Bereich Studiomonitore und HIFI-Lautsprecher ist meist von Stückpreisen die Rede. Wenn es sich um Paarpreise handelt, wird dies gesondert vermerkt.

Das ist keine Absicht, denn wir haben ja nix davon, wenn Kunden in der Annahme sind zwei Lautsprecher bestellt zu haben, aber dann nur einen geliefert bekommen. Ich nehme an, der Kunde würde dann ganz einfach die Bestellung widerrufen, was für uns höhere Kosten und einen unzufriedenen Kunden bedeutet. Und das ist nun wirklich nicht in unserem Interesse.

Ich werde anregen, dass wir in unserem neuen Webshop deutlich kennzeichnen sollten, dass es sich um Stückpreise handelt.


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